Rezitieren: Aus Stichwortfragen selbst testen, bevor erneut gelesen wird

Verdecke deine Hauptnotizen und versuche, jede Stichwortfrage aus dem Gedächtnis zu beantworten, bevor du die Antworten aufdeckst.

Why it works

Abrufübung — der Akt, Information aus dem Gedächtnis abzurufen statt sie erneut zu lesen — ist eine der am robustesten belegten Techniken der Lernwissenschaft. Der Testeffekt (auch Abrufübungseffekt genannt) zeigt, dass wiederholter Abruf das Gedächtnis stärker festigt als wiederholtes Studieren.

How to do it

  1. Klappe die Hauptnotizspalte zurück oder decke sie mit einem Blatt ab.
  2. Lies jede Stichwortfrage laut vor.
  3. Beantworte sie aus dem Gedächtnis, sprechend oder schreibend.
  4. Decke die Hauptnotiz erst nach dem Antwortversuch auf — vergleiche, statt vorab anzuschauen.
  5. Markiere Fragen, die du nicht beantworten konntest, zur vorrangigen Wiederholung.

Evidenz

Der Testeffekt gehört zu den am häufigsten replizierten Befunden der Kognitionspsychologie. Metaanalysen finden große Effekte von Abrufübung auf Behaltensleistung im Vergleich zu erneutem Studieren, über Inhaltsbereiche, Altersgruppen und Behaltensintervalle hinweg. (rct)

Der Testeffekt ist robust; die konkrete Cornell-Rezitationsprozedur ist eine praktische Operationalisierung von Abrufübung, kein separat validiertes Format.

Quellen

Häufiger Fehler

Vor Abschluss des Gedächtnisversuchs auf die Hauptnotiz zu schielen — das verwandelt Abrufübung (hoher Lernnutzen) in Wiedererkennungsübung (geringer Lernnutzen).

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