Die Polyvagal-Theorie, ehrlich erklärt

Eine nützliche Landkarte von Nervensystemzuständen — und eine ehrliche Darstellung dessen, was umstritten ist

Was ist die Polyvagal-Theorie, und ist sie wissenschaftlich gültig?

Die von Stephen Porges vorgeschlagene Polyvagal-Theorie bietet eine Landkarte dreier Nervensystemzustände — ventral-vagal (sicher und sozial), sympathisch (Kampf-oder-Flucht) und dorsal-vagal (Abschaltung) —, die über „Neurozeption“ wechseln, die unbewusste Erkennung von Sicherheit oder Bedrohung. Sie ist als gefühltes Vokabular für Selbstregulation echt nützlich, aber seien Sie klar: Mehrere ihrer konkreten anatomischen und evolutionären Behauptungen werden von autonomen Neurowissenschaftlern bestritten und wurden nicht bestätigt. Behandeln Sie sie als hilfreiche Metapher, nicht als gesicherte Tatsache.

Die Polyvagal-Theorie ist zur Standardsprache der Trauma- und Somatik-Welt geworden: ventral, sympathisch, dorsal; „Neurozeption“; die „Leiter“. Sie findet Resonanz, weil die gefühlte Erfahrung, die sie benennt — sich sicher und verbunden zu fühlen gegenüber aufgedreht gegenüber taub und kollabiert — real und wiedererkennbar ist. Aber Popularität ist kein Beweis. Unabhängige autonome Forscher haben einige der tragenden Behauptungen der Theorie angefochten (die evolutionäre Geschichte eines einzigartig säugetierhaften Vagusastes und konkrete mechanistische Vorhersagen). Im Folgenden nutzen wir die Zustandslandkarte für das, worin sie gut ist — den Aufbau von Selbstregulationsfähigkeiten und geteiltem Vokabular — während wir klar markieren, wo die Wissenschaft wackelig ist. Das sind Selbstregulationspraktiken, keine Traumatherapie; wenn Sie mit Trauma arbeiten, tun Sie das bitte mit einer traumainformierten Fachperson.

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