Sich selbst sofort nach dem Prokrastinieren vergeben

Schuldgefühle nach dem Prokrastinieren sagen mehr Prokrastination voraus – schnell vergeben und umlenken.

Why it works

Die Scham und Schuld nach einer Prokrastinationsepisode sind selbst aversive emotionale Zustände. Weil Prokrastination durch Emotionsregulation angetrieben wird, bedeutet die Rückkehr zur Aufgabe jetzt die Rückkehr sowohl zur ursprünglichen Aufgabenabneigung als auch zur zusätzlichen Schuld durch das Vermeiden. Diese doppelte Last erhöht die Vermeidungswahrscheinlichkeit beim nächsten Versuch. Selbstvergebung durchbricht die Schamschleife, indem sie die zusätzliche emotionale Kosten neutralisiert und die Aufgabe nur so aversiv macht wie ursprünglich, nicht verstärkt.

How to do it

  1. Sage nach einer Verzögerungsepisode explizit (laut oder schriftlich): „Das habe ich aufgeschoben. Das ist erledigt – ich fange jetzt an.“
  2. Widerstehe dem Drang, die verlorene Zeit zu überdenken oder zu berechnen, was du „hättest tun sollen“.
  3. Wende dieselbe Reaktion an, die du einem fähigen Kollegen geben würdest, der verzögert hat: Anerkennung, keine Vorlesung.
  4. Lenke sofort zur kleinstmöglichen nächsten Handlung um.

Evidenz

Wohl, Pychyl & Bennett (2010) fanden, dass Studierende, die sich für das Prokrastinieren bei der ersten Prüfung vergaben, bei der zweiten weniger prokrastinierten. Die Studie war beobachtend und auf einen akademischen Kontext begrenzt. (observational)

Eine Studie, akademische Population, Selbstauskunft. Die Richtung des Effekts ist überzeugend, aber die Replikation in anderen Bereichen ist begrenzt. Selbstmitgefühl und Selbstvergebung werden oft vermischt; die spezifische Vergebungskomponente gegenüber allgemeinem Selbstmitgefühl wurde nicht sauber isoliert.

Quellen

  • Wohl, Pychyl & Bennett (2010), I forgive myself, now I can study: how self-forgiveness for procrastinating can reduce future procrastination, Personality and Individual Differences

Häufiger Fehler

Selbstvergebung als selbstberuhigenden Endpunkt zu nutzen – „ist schon in Ordnung, ich mach's morgen“ – statt als Übergang zu einer unmittelbaren, definierten nächsten Handlung.

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