Den 10-Jahres-Horizont als Bedauerns-Test nutzen

Frage: Werde ich in 10 Jahren mehr bereuen, das nicht getan zu haben, als es getan zu haben?

Why it works

Jeff Bezos hat einen ähnlichen Regret-Minimierungs-Rahmen beschrieben: Versetze dich ins Alter von 80 und frage, welche Wahl du mehr bereuen würdest. Der Mechanismus ist identisch – ein zukünftiges Selbst lebhaft vorzustellen reduziert zeitliche Abwertung und verschiebt Gewicht von unmittelbarem Unbehagen zu langfristigen Werten. Die 10-Jahres-Rahmung ist kürzer und für die meisten Entscheidungen operativ nützlicher als die Projektion auf Alter 80.

How to do it

  1. Frage beim 10-Jahres-Schritt konkret: „Werde ich bereuen, das nicht getan zu haben?“ und „Werde ich bereuen, das getan zu haben?“
  2. Formuliere, welches Bedauern sich größer oder wahrscheinlicher anfühlt.
  3. Unterscheide zwischen Bedauern über Ergebnisse („es hat nicht funktioniert“) und Bedauern über die Wahl angesichts dessen, was du wusstest („ich hätte es nicht versuchen sollen“).
  4. Lass den Bedauerns-Test entscheiden, wenn die anderen Horizonte in entgegengesetzte Richtungen zeigen.

Evidenz

Regret research (Gilovich, Medvec) suggests people more often regret inactions than actions over the long run, while the reverse holds in the short run — the time horizon shifts the dominant regret type. This is consistent with the 10-10-10 framework. Construal-level theory offers a mechanism for the shift: the distant 10-year frame recruits abstract, values-level thinking, where forgone opportunities loom larger than concrete missteps. (observational)

Regret research focuses on retrospective report; prospective regret minimization has plausible validity but fewer direct studies.

Quellen

Häufiger Fehler

Sich das 10-Jahres-Ergebnis vorzustellen und es dann emotional abzuwerten, weil es weit weg ist – genau das, dem die Übung entgegenwirken soll.

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