Den Unterschied zwischen Titration und Überflutung erkennen

Lernen Sie, „Verarbeitung innerhalb des Fensters“ von „Überflutung außerhalb davon“ zu unterscheiden – der Unterschied entscheidet, ob die Sitzung hilft oder schadet.

Why it works

Innerhalb des Toleranzfensters: Die Empfindung ist unangenehm, aber beobachtbar, das Selbst fühlt sich präsent an, Sprache und Denken bleiben verfügbar, und es gibt ein Gefühl, die Aufmerksamkeit wählen zu können. Überflutung: Die Empfindung wird überwältigend, Dissoziation beginnt, die Erzählung fragmentiert oder verschwindet, der Affekt ist unkontrollierbar, oder die Zeit verzerrt sich. Den Unterschied in Echtzeit zu erkennen ist die Kernfähigkeit der Titration. Überflutung ist keine „tiefe Arbeit“ – sie ist das Signal, dass die Dosis die Kapazität überschritten hat und eher Dysregulation verstärkt als sie zu verarbeiten.

How to do it

  1. Legen Sie vor der Arbeit mit schwierigen Empfindungen Ihre „Ich kann das verfolgen“-Marker fest: noch präsent, kann sprechen, kann wählen.
  2. Während der Arbeit: Bemerken Sie, ob einer dieser Marker wegfällt. Wenn Sie keine Worte finden, sind Sie nahe am Rand.
  3. Beginnt die Überflutung: Gehen Sie sofort zur Ressource, atmen Sie, orientieren Sie sich im Raum.
  4. Behandeln Sie Überflutung als Information über die Dosis, nicht als Versagen – reduzieren Sie beim nächsten Mal.

Evidenz

Überflutung und Retraumatisierung durch hochintensive Exposition sind anerkannte Risiken in der Traumatherapie; die Aufrechterhaltung fensterinterner Verarbeitung ist ein Kernprinzip traumainformierter Versorgung. (clinical)

Titration in Echtzeit von Überflutung zu unterscheiden erfordert Übung und idealerweise eine ausgebildete Fachperson. Selbstbeobachtung hat Grenzen – Dissoziation kann sich als „geht mir gut“ darstellen, bis sie offensichtlich wird.

Quellen

  • Foa et al. (1999), trauma and PTSD: mechanisms and clinical applications (exposure therapy within tolerability range)

Häufiger Fehler

Überflutung als „tiefe Verarbeitung“ fehlinterpretieren und weitermachen statt sich zurückzuziehen. Tränen, fragmentierte Sprache oder das Gefühl, „nicht da“ zu sein, sind Signale zum Aufhören, nicht zum Durchhalten.

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