Das eigene Bindungsmuster erkennen

Erkennen, ob man unter Beziehungsstress zu sicher, ängstlich, vermeidend oder desorganisiert tendiert.

Why it works

Bindungsmuster funktionieren als automatische «Arbeitsmodelle» – Vorhersagen darüber, ob Nähe sicher ist – die am schnellsten unter Stress auslösen. Das Muster zu benennen verwandelt eine unsichtbare, reflexive Reaktion in etwas, das beobachtet und verändert werden kann.

How to do it

  1. Den eigenen Standardzug bemerken, wenn ein Partner sich zurückzieht: verfolgen (ängstlich), zurückziehen (vermeidend) oder beides (desorganisiert)?
  2. Das Muster über mehrere Beziehungen hinaus suchen, nicht in einem einzelnen Konflikt.
  3. Als Tendenz halten, mit der man arbeitet – nicht als Label, das man trägt oder als Waffe benutzt.

Evidenz

Bindungsmuster sind in Erwachsenen über eine breite Forschungsbasis hinweg stabil und konsistent mit Beziehungsoutcomes verbunden. Längsschnittstudien zeigen, dass «erarbeitete Sicherheit» bei Menschen mit unsicherer Kindheitsgeschichte real und möglich ist. (observational)

Selbstbericht-Bindungsmaße und Interview-Maße erfassen verwandte, aber nicht identische Konstrukte; Stile sind Dimensionen, keine Typen, sodass Kategorisierungen vereinfachend sind.

Quellen

Häufiger Fehler

Das Label als feste Identität oder Entschuldigung verwenden («Ich bin halt vermeidend»), statt als Information über ein veränderbares Muster.

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