Verankere dein Vertrauensniveau an Basisraten, nicht am Bauchgefühl
Beginne deine Vertrauensschätzung bei der historischen Trefferquote für diese Art von Vorhersage, nicht bei deinem Gefühl.
Why it works
Bauchgefühlsvertrauen ist kontaminiert davon, wie geläufig eine Antwort einem in den Sinn kam, wie motiviert man für das Ergebnis ist und wie kürzlich ein ähnliches Ereignis geschah. Keines davon ist ein zuverlässiger Proxy für Genauigkeit. Basisraten aus einer definierten Referenzklasse liefern einen harten externen Anker.
How to do it
- Frage vor der Äußerung eines Vertrauensniveaus: „Bei Vorhersagen wie dieser, welchen Anteil habe ich historisch richtig gehabt?"
- Fehlen dir persönliche Daten, nutze Bereichs-Basisraten (z. B. Erfolgsraten neuer Produkte, Trefferraten von Diagnosen).
- Setze dein anfängliches Vertrauen auf die Basisrate, dann passe für konkrete Merkmale dieses Falls an.
- Halte Anpassungen moderat — die Ankerforschung zeigt, dass du ohnehin nicht weit genug anpassen wirst.
Evidenz
Basisraten-Vernachlässigung ist gut dokumentiert: Menschen gewichten fallspezifische Information über statistische Basisraten, was zu überkonfidenten individuellen Einschätzungen führt. (observational)
Basisraten-Verankerung verbessert im Durchschnitt die Genauigkeit, kann aber für wirklich ungewöhnliche Fälle, in denen die Person ungewöhnlich gut positioniert ist, zu konservativ sein.
Quellen
- Kahneman & Tversky (1973), "On the psychology of prediction," Psychological Review
- Kahneman & Lovallo (1993), on planning fallacy and inside-view bias
- Kahneman, D., & Tversky, A. (1973). On the psychology of prediction. Psychological Review, 80(4), 237–251.
- Kahneman, D., & Lovallo, D. (1993). Timid choices and bold forecasts: A cognitive perspective on risk taking. Management Science, 39(1), 17–31.
Häufiger Fehler
Die Basisrate als einen Faktor unter vielen nutzen statt als Anker, sodass sie durch die überzeugende Geschichte des konkreten Falls verwässert wird.
Übe das mit IX Coach
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- Die konkreten Bereiche identifizieren, in denen du am meisten überkonfident bist
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Wisse, wann du eine Wahrscheinlichkeit zuweisen kannst und wann die Situation so neu ist, dass eine Zahl erfunden wäre.