Verankere dein Vertrauensniveau an Basisraten, nicht am Bauchgefühl

Beginne deine Vertrauensschätzung bei der historischen Trefferquote für diese Art von Vorhersage, nicht bei deinem Gefühl.

Why it works

Bauchgefühlsvertrauen ist kontaminiert davon, wie geläufig eine Antwort einem in den Sinn kam, wie motiviert man für das Ergebnis ist und wie kürzlich ein ähnliches Ereignis geschah. Keines davon ist ein zuverlässiger Proxy für Genauigkeit. Basisraten aus einer definierten Referenzklasse liefern einen harten externen Anker.

How to do it

  1. Frage vor der Äußerung eines Vertrauensniveaus: „Bei Vorhersagen wie dieser, welchen Anteil habe ich historisch richtig gehabt?"
  2. Fehlen dir persönliche Daten, nutze Bereichs-Basisraten (z. B. Erfolgsraten neuer Produkte, Trefferraten von Diagnosen).
  3. Setze dein anfängliches Vertrauen auf die Basisrate, dann passe für konkrete Merkmale dieses Falls an.
  4. Halte Anpassungen moderat — die Ankerforschung zeigt, dass du ohnehin nicht weit genug anpassen wirst.

Evidenz

Basisraten-Vernachlässigung ist gut dokumentiert: Menschen gewichten fallspezifische Information über statistische Basisraten, was zu überkonfidenten individuellen Einschätzungen führt. (observational)

Basisraten-Verankerung verbessert im Durchschnitt die Genauigkeit, kann aber für wirklich ungewöhnliche Fälle, in denen die Person ungewöhnlich gut positioniert ist, zu konservativ sein.

Quellen

Häufiger Fehler

Die Basisrate als einen Faktor unter vielen nutzen statt als Anker, sodass sie durch die überzeugende Geschichte des konkreten Falls verwässert wird.

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