„Genügen lassen“ statt Maximieren annehmen
Setzen Sie vor der Suche einen „gut genug“-Maßstab, dann stoppen Sie, wenn Sie ihn erreichen.
Why it works
Maximierer scannen jede verfügbare Option in der Hoffnung, die objektiv beste zu finden. Das ist bei großen Auswahlmengen rechnerisch unmöglich, sodass sie nie sicher sind, fertig zu sein — und jede nicht gewählte Option bedauern. „Genügen-Lasser“ verpflichten sich vorab auf einen Maßstab; diesen Maßstab zu erreichen ist die Stoppregel, die die Suche schließt und kontrafaktisches Bedauern senkt, weil die Messlatte per Definition erreicht wurde.
How to do it
- Schreiben Sie vor der Suche die zwei oder drei Kriterien auf, die wirklich zählen, und einen Mindestwert für jedes.
- Sichten Sie Optionen, bis eine alle Schwellenwerte erfüllt, dann stoppen Sie — öffnen Sie die Suche nicht erneut.
- Erinnern Sie sich daran, dass das Prüfen weiterer Optionen nach einer zufriedenstellenden Wahl das Bedauern erhöht, nicht die Qualität.
Evidenz
Schwartz und Kollegen fanden, dass Maximierungsorientierung (im Vergleich zu Genügen-Lassen) über mehrere Studien hinweg mit geringerer Lebenszufriedenheit, mehr Bedauern und mehr Depression korreliert. Die Kausalrichtung ist inferenziell; die Korrelation ist robust. Eine Studie zu Absolventen auf Jobsuche schärft dies: Maximierer bekamen objektiv bessere Jobs (höhere Einstiegsgehälter), fühlten sich aber schlechter über das Ergebnis als Genügen-Lasser. (observational)
Dies sind korrelative Befunde. Ob das Training von Genügen-Lassen Ergebnisse verändert, ist plausibel, aber weniger direkt getestet.
Quellen
- Schwartz et al. (2002), "Maximizing versus satisficing: Happiness is a matter of choice," Journal of Personality and Social Psychology
- Iyengar, S. S., Wells, R. E., & Schwartz, B. (2006). Doing better but feeling worse: Looking for the "best" job undermines satisfaction. Psychological Science, 17(2), 143–150.
Häufiger Fehler
Den „Genügen-lassen“-Schwellenwert erst nach der Sichtung der Optionen zu setzen statt vorher, was ihn in verkapptes Maximieren verwandelt.
Übe das mit IX Coach
More practices for Choice Overload, praktisch angewendet
- Sich vorab auf eine feste Optionsgrenze festlegen
Legen Sie im Voraus fest, wie viele Optionen Sie in Betracht ziehen — und halten Sie sich an diese Zahl.
- Ihre Entscheidung als endgültiger behandeln, als sie ist
Schließen Sie die „Rückgängig“-Option gedanklich ab, um Grübeln zu stoppen und Zufriedenheit zu erhöhen.
- Ihre Auswahlumgebung vorgelagert bearbeiten
Entfernen Sie Optionen, bevor der Entscheidungsmoment eintritt, damit das Problem gar nicht erst entsteht.
- Denken in Opportunitätskosten reduzieren
Hören Sie auf zu berechnen, was jede verworfene Option Sie „kostet“ — es verstärkt Bedauern ohne Gewinn.
- Ihre echten Maßstäbe erheben, bevor Sie schauen
Schreiben Sie auf, was ein gutes Ergebnis tatsächlich erfordert, bevor Optionen sichtbar sind.
- Erkennen, welche Entscheidungen aufgeschoben oder delegiert werden sollten
Nicht jede Wahl verdient Ihr kognitives Bestes — identifizieren Sie, welche ernsthafte Überlegung verdienen.