Unsicherheit laut zugeben, besonders in Ihrem eigenen Bereich

Sagen Sie klar „Ich weiß es nicht“ — das hebt die Qualität des Gesprächs und Ihrer Entscheidungen.

Why it works

Unsicherheit zuzugeben hat zwei Effekte: Es signalisiert Mitwirkenden epistemische Demut, die daraufhin Informationen beisteuern, die sie einer sicher wirkenden Person vielleicht vorenthalten hätten; und es verhindert, dass die sprechende Person durch öffentliches Festlegen in eine Position eingesperrt wird. Die sozialen Kosten von „Ich weiß es nicht“ sind meist geringer als die Entscheidungskosten falschen Vertrauens.

How to do it

  1. Üben Sie, Ihre Vertrauensstufen sprachlich zu unterscheiden: „Bei X bin ich sicher, bei Y unsicher, und bei Z habe ich keine Ahnung.“
  2. Widerstehen Sie dem Drang, Stille mit Spekulation zu füllen — ein ehrliches „Ich weiß es nicht“ ist meist nützlicher.
  3. Sagen Sie, wenn Sie es nicht wissen, und sagen Sie dann, was Sie wissen müssten.
  4. Bemerken Sie, wenn der soziale Kontext Sie drängt, ein Vertrauen vorzutäuschen, das Sie nicht haben, und übersteuern Sie das explizit.

Evidenz

Forschung zum Informationsaustausch in Teams zeigt, dass Mitglieder mit hohem Status oder Selbstvertrauen die Weitergabe einzigartiger Informationen durch andere Mitglieder unterdrücken. Explizite Unsicherheitsäußerungen können dem entgegenwirken, indem sie die wahrgenommenen Kosten des Beitrags senken. (observational)

Der Kontext zählt: Öffentliche Unsicherheitsäußerungen beeinflussen die wahrgenommene Kompetenz und können in kompetitiven Settings gegen die sprechende Person verwendet werden. Der Kompromiss ist real und situationsabhängig.

Quellen

Häufiger Fehler

Sich mit „naja, es könnte A oder B oder C sein“ herauszureden statt mit einem echten „Ich weiß es nicht“ — vages Ausweichen imitiert Unsicherheit, ohne das ehrliche Eingeständnis.

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