Unsicherheit laut zugeben, besonders in Ihrem eigenen Bereich
Sagen Sie klar „Ich weiß es nicht“ — das hebt die Qualität des Gesprächs und Ihrer Entscheidungen.
Why it works
Unsicherheit zuzugeben hat zwei Effekte: Es signalisiert Mitwirkenden epistemische Demut, die daraufhin Informationen beisteuern, die sie einer sicher wirkenden Person vielleicht vorenthalten hätten; und es verhindert, dass die sprechende Person durch öffentliches Festlegen in eine Position eingesperrt wird. Die sozialen Kosten von „Ich weiß es nicht“ sind meist geringer als die Entscheidungskosten falschen Vertrauens.
How to do it
- Üben Sie, Ihre Vertrauensstufen sprachlich zu unterscheiden: „Bei X bin ich sicher, bei Y unsicher, und bei Z habe ich keine Ahnung.“
- Widerstehen Sie dem Drang, Stille mit Spekulation zu füllen — ein ehrliches „Ich weiß es nicht“ ist meist nützlicher.
- Sagen Sie, wenn Sie es nicht wissen, und sagen Sie dann, was Sie wissen müssten.
- Bemerken Sie, wenn der soziale Kontext Sie drängt, ein Vertrauen vorzutäuschen, das Sie nicht haben, und übersteuern Sie das explizit.
Evidenz
Forschung zum Informationsaustausch in Teams zeigt, dass Mitglieder mit hohem Status oder Selbstvertrauen die Weitergabe einzigartiger Informationen durch andere Mitglieder unterdrücken. Explizite Unsicherheitsäußerungen können dem entgegenwirken, indem sie die wahrgenommenen Kosten des Beitrags senken. (observational)
Der Kontext zählt: Öffentliche Unsicherheitsäußerungen beeinflussen die wahrgenommene Kompetenz und können in kompetitiven Settings gegen die sprechende Person verwendet werden. Der Kompromiss ist real und situationsabhängig.
Quellen
- Stasser & Titus (1985), pooling of unshared information in group decisions, Journal of Personality and Social Psychology
- Stasser, G., & Titus, W. (1985). Pooling of unshared information in group decision making: Biased information sampling during discussion. Journal of Personality and Social Psychology, 48(6), 1467-1478.
Häufiger Fehler
Sich mit „naja, es könnte A oder B oder C sein“ herauszureden statt mit einem echten „Ich weiß es nicht“ — vages Ausweichen imitiert Unsicherheit, ohne das ehrliche Eingeständnis.
Übe das mit IX Coach
More practices for Kompetenzkreis
- Ihren tatsächlichen Kreis ehrlich kartieren
Unterscheiden Sie, was Sie tief wissen, von dem, was Sie oberflächlich wissen, und von dem, was Sie nur zu wissen glauben.
- Die Ränder Ihres Kreises kennen und markieren
Beschriften Sie die Grenze klar: „innerhalb meines Kreises“ vs. „außerhalb meines Kreises“ vs. „ich bin nicht sicher“.
- Bei folgenreichen, unumkehrbaren Entscheidungen im Kreis bleiben
Reservieren Sie Ihr eigenständiges Urteil für Entscheidungen innerhalb Ihres Kreises; holen Sie sich für den Rest Hilfe.
- Den Kreis gezielt erweitern, nicht anspruchsvoll
Erweitern Sie Ihren Kreis durch gründliches Studium und Feedback, nicht indem Sie einfach glauben, kompetent zu sein.
- „Was übersehe ich?“ fragen vor wichtigen Entscheidungen
Behandeln Sie ein Vertrauensgefühl vor einer folgenreichen Entscheidung als Hinweis zu prüfen, was Ihre Kompetenzkarte auslässt.
Verwandte Konzepte
- Schnelles Denken, langsames Denken, nutzbar gemacht
Two systems, the biases they create, and when to slow down
- Hanlons Rasiermesser: Nie Böswilligkeit unterstellen, wo Dummheit reicht
The charitable-attribution heuristic and why it usually serves you better
- Denken zweiter Ordnung: Und dann was?
Tracing consequences of consequences, the way Howard Marks does
- Denken in ersten Prinzipien, praktisch umgesetzt
Reasoning up from fundamentals, with the mechanism behind why it beats analogy