Vielfältige situative Episoden sammeln, um vom Anfänger zum Kompetenten zu wechseln

Baue eine Bibliothek echter Fälle auf – nicht nur mehr Regeln –, um situative Erkennung zu entwickeln.

Why it works

Die Stufen des fortgeschrittenen Anfängers und des Kompetenten beinhalten das Erlernen situativer Maximen, die Regeln kontextabhängig qualifizieren. Diese Maximen können nicht direkt gelehrt werden; sie entstehen aus dem Erkennen von Mustern über mehrere spezifische Episoden hinweg. Je vielfältiger und reichhaltiger erinnert die Episoden, desto größer die situative Musterbibliothek, die Urteilsvermögen begründet. Das ist der zentrale Übergang vom Regelbefolger zum situativen Denker.

How to do it

  1. Suche bewusst vielfältige Anwendungen der Fertigkeit, nicht nur mehr Wiederholungen in vertrauten Kontexten.
  2. Beschreibe nach jeder eigenständigen Situation, was sie von vorherigen Fällen unterschied.
  3. Baue eine explizite Fallbibliothek auf – auch informell –, um Situationen miteinander zu vergleichen.

Evidenz

Die Rolle des episodischen Gedächtnisses in der Expertise ist gut belegt durch fallbasierte Argumentationsforschung und durch Studien zur naturalistischen Entscheidungsfindung, die zeigen, dass Experten Situationen als Instanzen zuvor gespeicherter Fälle erkennen. Gary Kleins Arbeit zu erkennnisgestützten Entscheidungen dokumentiert diesen Mechanismus. (observational)

Der exakte Übergang zwischen Stufen ist schwer zu beobachten und zu messen; "eine vielfältige Episodenbibliothek zu haben" ist eine theoretische Erklärung des Mechanismus, keine direkt gemessene Variable.

Quellen

  • Klein (1998), "Sources of Power: How People Make Decisions"

Häufiger Fehler

Denselben Situationstyp wiederholt üben, bis er automatisch wird, und dies Kompetenzentwicklung nennen – erzeugt hohe Kompetenz in einem Kontext mit schlechter Verallgemeinerung.

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