Sich voll in die Gegenwart einbringen, statt Zufriedenheit auf das Ziel zu verschieben

Wohlbefinden an künftige Zielerreichung zu binden verschiebt Glück zuverlässig und mindert die gegenwärtige Leistung.

Why it works

Ziele erzeugen eine mentale Buchführung, bei der aktuelle Erfahrung relativ zum Zielwert bewertet wird („noch nicht da“), was ein niedrigschwelliges Gefühl von Unzulänglichkeit während der gesamten Verfolgungsphase aufrechterhält. Gegenwärtiges Engagement umgeht das: Wenn die aktuelle Tätigkeit unabhängig vom Ergebnis als wertvoll erlebt wird, sind sowohl Leistung als auch Wohlbefinden tendenziell höher – der Mechanismus, der Flow-Zuständen und der „Prozess-Denkweise“ in der Leistungsforschung zugrunde liegt.

How to do it

  1. Vor Beginn einer Arbeitssitzung fragen: „Kann ich mit der heutigen Arbeit zufrieden sein, unabhängig davon, wo ich relativ zum Endziel stehe?“
  2. Für jede Sitzung einen Erfolg auf Prozessebene definieren: etwas, das voll in deiner Kontrolle liegt und heute abschließbar ist.
  3. Bemerken, wann du positive Bewertung auf den Zieltermin verschiebst – das ist der Moment, die Aufmerksamkeit zum Prozess zurückzuholen.

Evidenz

Flow-Forschung und Studien zur Prozess-Denkweise stützen die Behauptung, dass gegenwärtiges Engagement sowohl Leistung als auch Wohlbefinden verbessert; Forschung zu affektiven Vorhersagen bei Zielerreichung zeigt konsistent, dass Menschen das Glück durch Zielerreichung überschätzen. (observational)

Gegenwärtiges Engagement kann die Leistung bei termingetriebenen Aufgaben mindern, bei denen Zukunftsorientierung und Dringlichkeit funktional sind; der Kontext zählt.

Quellen

Häufiger Fehler

„Den Prozess genießen“ als Trost dafür nutzen, das Ziel nicht erreicht zu haben, statt als echte Neuausrichtung dessen, was als Erfolg zählt.

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