Aufgabe 3: Sich an eine Welt ohne die Person anpassen

Entwickle aktiv neue Fertigkeiten, Rollen und Identitätselemente, um das veränderte Leben zu bewältigen.

Why it works

Bedeutsame Verluste nehmen nicht nur eine Person weg – sie nehmen die Rollen, Funktionen und Identitätselemente weg, die mit dieser Person verbunden waren. Ein Ehepartner, der sich beim Verstorbenen auf Finanzverwaltung, emotionale Regulation oder soziale Terminplanung verlassen hat, muss diese Fähigkeiten nun selbst entwickeln. Aufgabe 3 ist ein aktiver Prozess des Fertigkeitsaufbaus und der Identitätsrekonstruktion, nicht bloß passive Anpassung.

How to do it

  1. Liste die praktischen Rollen und Funktionen auf, die die verstorbene Person in deinem Alltag erfüllt hat.
  2. Bestimme, welche davon du jetzt übernehmen, delegieren oder lernen musst.
  3. Übernimm eine neue Rolle oder Fertigkeit pro Woche und behandle die Lernkurve als normalen Teil der Anpassung, nicht als Scheitern.
  4. Bemerke, welche Teile deiner Identität sich instabil anfühlen, und arbeite bewusst daran, neue Selbstdefinitionen zu etablieren.

Evidenz

Identitätsstörung nach Trauerfall ist in der Trauerliteratur gut belegt; Wordens Aufgabe 3 fasst den Anpassungsprozess als aktive Rollenrekonstruktion, im Einklang mit Bindungstheorie und positiv-psychologischer Forschung zur Anpassung nach Verlust. (clinical)

Die spezifische „Aufgaben“-Formulierung ist Wordens klinisches Modell; die Evidenzbasis gilt für den breiteren Anpassungsprozess, nicht für diese besondere Aufgabenformulierung.

Häufiger Fehler

Warten, bis man sich bereit fühlt, bevor man neue Rollen übernimmt – Bereitschaft folgt in der Trauer oft auf Handeln, genau wie bei Depression; die Rolle zu versuchen, bevor man sich kompetent fühlt, ist der Weg, wie Kompetenz entsteht.

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