Eine Identität vorübergehend ausleihen mit „Was würde [Person] tun?“

Vorübergehend die Identität eines Vorbilds in einem konkreten Kontext anzunehmen, verringert die Reibung, so zu handeln, wie sie es täte.

Why it works

Forschung zur Selbsterweiterungstheorie und zur „Rollenübernahme“ zeigt, dass vorübergehendes Hineinversetzen in eine andere Identität gewohnheitsmäßige Selbstbild-Beschränkungen umgehen kann. Die klassische Formulierung ist „Was würde [mein bestes Selbst / eine Mentorin / ein geschätzter Kollege] hier tun?“ Das verschiebt den Rahmen von „Kann ich das?“ zu „Wie würde diese Person das angehen?“ — eine Perspektivverschiebung, die andere Verhaltensskripte aktiviert und identitätsbasierten Widerstand verringert.

How to do it

  1. Identifiziere eine reale oder fiktive Person, deren Verhalten in einem bestimmten Bereich du dir zum Vorbild nehmen willst.
  2. Halte vor einer Entscheidung in diesem Bereich inne und frag ausdrücklich: „Was würde [Person] hier tun?“
  3. Handle nach der Antwort und reflektiere anschließend, was am Ansatz anders war.

Evidenz

Perspektivübernahme und Rollenannahme haben dokumentierte Effekte auf Verhalten in der Sozialpsychologie; „Vorbild“-Identitätsentleihung ist ein gängiges Element in Coaching- und KVT-Rahmenwerken. Direkte Evidenz für diese konkrete Technik als Gewohnheitsänderungswerkzeug beschränkt sich auf Fallberichte und Praxisbeobachtung. (anecdotal)

Der Mechanismus (Perspektivverschiebung aktiviert alternative Verhaltensskripte) ist plausibel und in der Sozialkognitionsforschung verankert, aber die konkrete Technik als eigenständige Gewohnheitsintervention wurde nicht formal getestet.

Häufiger Fehler

Ein Vorbild wählen, dessen Lebenskontext so verschieden ist, dass die Frage unbrauchbare Antworten liefert — die Person sollte im konkreten Bereich glaubhaft nachvollziehbar sein, nicht bloß allgemein inspirierend.

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