Alternative, genauere Erklärungen erzeugen

Erzeuge für jeden Rückschlag mindestens drei konkurrierende Erklärungen, bevor du dich auf eine festlegst.

Why it works

Wenn eine pessimistische Überzeugung die erste Erklärung ist, die wir erzeugen, wird sie oft durch kognitive Trägheit zur akzeptierten Erklärung – nicht weil sie geprüft wurde. Bewusst mehrere alternative Erklärungen zu erzeugen zwingt den Geist, mehrere Möglichkeiten gleichzeitig zu halten, was die pessimistische weniger automatisch "wahr" macht und dem Gehirn erlaubt, sie abzuwägen statt die erste zu akzeptieren.

How to do it

  1. Schreibe nach einem Rückschlag die erste Erklärung auf, die dir einfiel.
  2. Schreibe zwei weitere Erklärungen auf, die mindestens genauso plausibel sind, einschließlich situativer und geteilter Ursachen.
  3. Bewerte jede danach, wie viel Evidenz sie stützt.
  4. Wähle die genaueste Darstellung, nicht die tröstlichste oder katastrophalste.

Evidenz

Alternative Erklärungserzeugung ist eine grundlegende KVT-Technik; Forschung zu sokratischem Hinterfragen und flexiblem Attributionstraining stützt ihren Einsatz zur Reduktion kognitiver Starrheit und pessimistischen Denkens. Abramsons, Seligmans und Teasdales Neuformulierung begründet, warum das Erzeugen konkurrierender Attributionen dem globalen, internen Erklärungsstil entgegenwirkt, der mit Hilflosigkeit verbunden ist. (clinical)

Alternativen zu erzeugen erfordert Übung, bevor es eine verlässliche Gewohnheit wird; unter akutem Stress verengt sich typischerweise die Fähigkeit zu flexiblem Denken, was die Nützlichkeit der Technik im Moment einschränkt.

Quellen

Häufiger Fehler

Alternativen zu erzeugen, die erzwungene Positivität sind ("vielleicht war es eigentlich alles gut!") statt wirklich plausible Darstellungen – was unehrlich wirkt und das Vertrauen in die Übung untergräbt.

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