Logotherapie: Paradoxe Intention

Antizipatorische Angst besiegen, indem man das Gefürchtete herbeiwünscht

Was ist paradoxe Intention und wann funktioniert sie?

Paradoxe Intention ist Viktor Frankls Technik, sich absichtlich das Symptom zu wünschen, das du fürchtest – die ängstliche Person versucht, ängstlicher zu sein, der Schlaflose versucht, wach zu bleiben. Sie wirkt, indem sie die Schleife antizipatorischer Angst durchbricht: Je stärker du versuchst, die gefürchtete Reaktion absichtlich herbeizuführen, desto weniger kann das automatische Symptom auftreten. Die Evidenz ist am stärksten für Leistungsangst und Schlaflosigkeit; nutze sie bei antizipatorischer Angst, nicht in akuten Krisen.

Viktor Frankl entwickelte die paradoxe Intention in den 1920er-Jahren, Jahrzehnte bevor sie in KVT-Protokollen auftauchte. Die Technik beruht auf einer präzisen klinischen Beobachtung: Angst- und Phobiesymptome werden typischerweise durch antizipatorische Angst verstärkt – die Furcht vor der Furcht, das Wachsamsein für das Symptom –, die genau die Erregung erzeugt, die sie fürchtet. Der paradoxe Zug besteht darin, sich das Symptom von ganzem Herzen und humorvoll zu wünschen, was die antizipatorische Struktur auflöst. Frankl verband es immer mit Humor: Du kannst nicht gleichzeitig von einer Angst gelähmt sein und über deinen eigenen Versuch lachen, sie herbeizuführen. Unten stehen die Praktiken, die sie umsetzen.

Übungen

Übe das mit IX Coach

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