Pläne mit Spielraum für Ergebnisse außerhalb deines Modells bauen

Reserviere Kapazität für Ereignisse, die nicht in deinem Risikomodell stehen — weil die schädlichsten Ereignisse es meist nicht sind.

Why it works

Standard-Risikomanagement listet bekannte Risiken auf und weist ihnen Eventualreserven zu. Aber Talebs Argument — im Einklang mit historischer Evidenz zu Finanzkrisen, Pandemien und technologischer Disruption — ist, dass die schädlichsten Ereignisse typischerweise ganz außerhalb des Vorkrisen-Modells liegen. Allgemeinen Spielraum aufzubauen (finanzielle Reserven, Zeitpuffer, Optionalität), der für unbekannte Unbekannte statt nur für vorab spezifizierte Risiken eingesetzt werden kann, ist die praktische Korrektur.

How to do it

  1. Füge nach dem Auflisten deiner bekannten Risiken und Eventualpläne ein separates Budget für „unbekannte Unbekannte“ hinzu.
  2. Bemesse es als Prozentsatz der Gesamtkapazität, nicht als Reaktion auf ein bestimmtes Szenario.
  3. Widerstehe dem Druck, festzulegen, wofür der Spielraum ist — der Punkt ist, dass er im Voraus nicht spezifiziert werden kann.

Evidenz

Im Einklang mit Forschung zum Planungsfehlschluss und mit Nachkrisen-Analysen von Versagen in Finanzwesen, Medizin und Infrastruktur: Modelle, die nur bekannte Risiken berücksichtigen, unterschätzen systematisch das Gesamtrisiko. Taleb dokumentiert dies historisch in „Der Schwarze Schwan“. (observational)

Der Umfang des benötigten Spielraums hängt stark von der Volatilität des Bereichs ab; es gibt keinen universellen Prozentsatz. Dies ist eine Richtung, keine Formel.

Häufiger Fehler

Das Unbekannte-Unbekannte-Budget als Verschwendung zu betrachten, wenn es mehrere Jahre nicht genutzt wird, und es zur Effizienzsteigerung zu streichen — genau dann, wenn es am dringendsten gebraucht wird.

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