Pläne über den historischen Bereich hinaus stresstesten

Frage, wie dein Plan standhält, wenn das schlechteste Ergebnis doppelt so schlimm ist wie jeder historisch beobachtete Fall.

Why it works

Risikomodelle des ludischen Trugschlusses nutzen historische Verteilungen, um Worst-Case-Szenarien festzulegen — aber in Bereichen der echten Welt ist das historische Maximum nicht das Maximum. Weil Modelle an beobachtete Daten angepasst werden, unterschätzen sie den Rand immer, wenn der Rand von Prozessen bestimmt wird, die während des Beobachtungszeitraums nicht aktiv waren. Über den historischen Bereich hinaus zu stresstesten zwingt den Plan, sich Ergebnissen zu stellen, die ein Modell konstruktionsbedingt nicht erzeugen kann.

How to do it

  1. Nimm dein Worst-Case-Szenario aus deinem Risikomodell.
  2. Verdopple oder verdreifache es: „Was, wenn die Verluste 2–3-mal so hoch sind wie unser schlechtester beobachteter Fall?“
  3. Prüfe, ob der Plan in dieser Größenordnung überlebt, und baue den Plan darauf aus, sie zu überstehen, wenn möglich.

Evidenz

Nachkrisen-Analysen finden durchgängig, dass Vorkrisen-Risikomodelle Tail-Ergebnisse unterschätzten, oft weil die Modelle aus Daten gebaut waren, die das Krisenregime nicht enthielten. Die Finanzkrise 2008 ist Talebs kanonisches Beispiel. (observational)

Stresstests über den historischen Bereich hinaus sind in der Finanzregulierung (regulatorische Stresstests) mittlerweile Standard, aber die Übernahme in die Alltagsplanung ist begrenzt. Die Praxis ist prinzipiell fundiert, aber der spezifische Multiplikator (2x, 3x) ist eine Faustregel.

Häufiger Fehler

Ein Stresstest-Niveau zu wählen, das nur etwas schlechter ist als der historische Worst Case, statt wirklich außerhalb davon zu liegen — das prüft bekanntes Terrain des Modells, nicht das Terrain jenseits davon.

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