Kartiere die angenommene Welt, die der Verlust erschüttert hat
Identifiziere, welche deiner Kernüberzeugungen über Leben, Selbst und Zukunft der Verlust infrage gestellt hat.
Why it works
Verlust erschüttert angenommene Überzeugungen implizit und umfassend — Menschen wissen selten, welche konkreten Überzeugungen zerbrochen sind, bis sie diese untersuchen. Die erschütterten Annahmen zu benennen, externalisiert sie und macht sie für Prüfung und Rekonstruktion zugänglich, statt sie als undifferenziertes Hintergrundgefühl zu belassen, dass die Welt nicht mehr sicher, gerecht oder verständlich ist.
How to do it
- Schreibe drei Überzeugungen auf, die du vor dem Verlust hattest über: wie gerecht die Welt ist, wie vorhersehbar die Zukunft ist, wie sicher du und deine Liebsten sind.
- Notiere für jede, ob der Verlust sie infrage gestellt hat und wie.
- Identifiziere, welche infrage gestellte Überzeugung das meiste anhaltende Leid verursacht.
- Frage: Gibt es eine nuanciertere Version dieser Überzeugung, die der Verlust nicht vollständig widerlegt hat?
Evidenz
Die Erschütterung der angenommenen Welt ist ein gut dokumentierter Mechanismus in der Trauma- und Trauerforschung; Janoff-Bulmans grundlegende Arbeit zu zerschmetterten Annahmen wird breit zitiert, und der Grad der Welterschütterung sagt in Beobachtungsstudien die Schwere der Trauer voraus. Boelens prospektive Trauerstudie liefert zusätzlich gerichtete Evidenz, dass negative Kognitionen über Selbst und Welt nach dem Verlust spätere emotionale Probleme vorhersagen, was das Ziel des Inventars stützt, erschütterte Überzeugungen aufzudecken und zu überarbeiten. (observational)
Das Konzept der angenommenen Welt ist überwiegend beobachtend; nicht alle Trauernden zeigen eine massive Welterschütterung, besonders jene, deren Verlust im Kontext vorheriger Exposition oder chronischer Krankheit auftrat.
Quellen
- Janoff-Bulman (1992), Shattered Assumptions: Towards a New Psychology of Trauma
- Boelen, P. A., van den Bout, J., & van den Hout, M. A. (2006). Negative cognitions and avoidance in emotional problems after bereavement: A prospective study. Behaviour Research and Therapy, 44(11), 1657-1672.
- Boelen, P. A. (2006). A cognitive-behavioral conceptualization of complicated grief. Clinical Psychology: Science and Practice, 13(4), 291-297.
Häufiger Fehler
Alle erschütterten Annahmen als notwendigerweise falsch zu behandeln — „die Welt ist nie vorhersehbar“ kann eine trauerbedingte Übersteuerung sein; die Aufgabe ist eine nuancierte, überarbeitete Überzeugung, keine vollständige Demontage.
Übe das mit IX Coach
More practices for Bedeutungsrekonstruktion in der Trauer, praktisch erklärt
- Erzähle die Geschichte des Todes und seiner Nachwirkungen nach
Baue eine kohärente, detaillierte Erzählung des Verlusts auf — einschließlich deiner Erfahrung davor, währenddessen und danach.
- Suche ehrlich nach dem, was gewachsen ist oder sich zum Besseren verändert hat
Bemerke, ohne den Verlust zu bagatellisieren, jedes Wachstum, jede Veränderung oder Perspektive, die daraus entstanden ist.
- Rekonstruiere deine Identität nach dem Verlust
Entwickle aktiv das neue Selbst, das entsteht, wenn eine Kernbeziehung oder Rolle wegfällt.
- Formuliere den Lebensabdruck der Person auf dich
Beschreibe konkret, wie die Person verändert hat, wer du bist — und trage das ausdrücklich weiter.
- Wechsle zwischen Trauer und Sinnstiftung
Erlaube Phasen reiner Trauer neben Phasen der Sinnkonstruktion — beide sind notwendig.
- Nutze konkrete Erinnerungen als Ressourcen für Sinnstiftung
Identifiziere bestimmte Erinnerungen, die destillieren, was an der Beziehung am wichtigsten war.