Die Gewohnheit schrumpfen, bis sie garantiert ist
Das Verhalten so weit reduzieren, dass es zu überspringen mehr Aufwand wäre, als es zu tun.
Why it works
Beständigkeit ist das Einzige, was eine Gewohnheit aufbaut, und die größte Bedrohung für Beständigkeit ist die Größe der Anforderung an schlechten Tagen. Das Verhalten auf etwas trivial Kleines zu schrumpfen — ein Liegestütz, eine Zeile lesen — beseitigt die Variabilität: Es lässt sich tun, wenn man müde, krank oder beschäftigt ist. Man optimiert für "nie null", weil eine Gewohnheit, die nur halb so oft in voller Größe ausgeführt wird, gegen eine Mikro-Version verliert, die jeden Tag stattfindet.
How to do it
- Nimm deine geplante Gewohnheit und kürze sie, bis dir ein wenig unangenehm ist, wie klein sie ist.
- Teste sie gegen deinen realistisch schlechtesten Tag — wenn du sie dann nicht schaffen könntest, schrumpfe sie weiter.
- Lege die Mikro-Größe als echte Anforderung fest, nicht als Notlösung, für die du dich schuldig fühlst.
Evidenz
Fundiert in Forschung zu Aktivierungsenergie/Reibung als Scheiternspunkt von Verhalten und zu Gewohnheitsbildung durch Wiederholung. Die "absurd klein"-Rahmung ist eine Praktikerheuristik, die diese Befunde anwendet. Gardner et al. (2012) übertragen denselben Wiederholungsmechanismus in Leitlinien für die allgemeine Praxis und zeigen, dass ein einfaches, wiederholbares Verhalten es zur Gewohnheit werden lässt. (mechanistic)
Es gibt keine untersuchte "richtige" Mindestgröße; das Prinzip ist, die Startkosten zu senken, bis Beständigkeit garantiert ist.
Quellen
- Lally et al. (2010), repetition drives automaticity (median ~66 days), European Journal of Social Psychology
- Lally, P., van Jaarsveld, C. H. M., Potts, H. W. W., & Wardle, J. (2010). How are habits formed: Modelling habit formation in the real world. European Journal of Social Psychology, 40(6), 998–1009.
- Gardner, B., Lally, P., & Wardle, J. (2012). Making health habitual: the psychology of 'habit-formation' and general practice. British Journal of General Practice, 62(605), 664–666.
Häufiger Fehler
Die Mikro-Größe dort anzusetzen, wo man denkt, man "sollte" es schaffen können, statt dort, wo man es an seinem schlechtesten Tag tatsächlich schaffen kann — sodass es genau dann scheitert, wenn das Leben schwierig wird.
Übe das mit IX Coach
More practices for Mikro-Gewohnheiten: Absurd klein anfangen
- Beständigkeit vor Intensität priorisieren
Jeden Tag mit geringer Intensität dabei zu sein schlägt gelegentliche hochintensive Ausbrüche.
- Den Mikro-Start dich zu mehr tragen lassen
Oft tut man mehr als das Minimum, sobald man angefangen hat — aber das Minimum ist die einzige Anforderung.
- Die Mikro-Gewohnheit an einen verlässlichen Auslöser koppeln
Auch eine winzige Gewohnheit braucht einen Auslöser — verankere sie an etwas, das du bereits jeden Tag tust.
- Erst hochskalieren, wenn die Gewohnheit automatisch läuft
Die Gewohnheit schrittweise wachsen lassen, und erst dann, wenn die Mikro-Version mühelos läuft.
- Die Schuldgefühle über die Größe loslassen
Behandle die Mikro-Version als echten Erfolg, nicht als beschämende Abkürzung.