Töte deine Lieblinge bewusst

Identifiziere die Idee, an der du am meisten hängst, und leg sie dann zuerst beiseite.

Why it works

Die Ideen, die wir am meisten lieben, sind oft jene, die wir zuerst hatten – Vertrautheit täuscht höhere wahrgenommene Qualität vor. Weil erste Ideen auf die verfügbarsten (nicht die besten) Assoziationen zurückgreifen, schließt die Bindung an sie die Suche vorzeitig. Den Favoriten bewusst beiseitezulegen zwingt die Suche, in weniger begangenes, oft besseres Terrain fortzuschreiten.

How to do it

  1. Markiere nach einer Generierungssitzung die Idee, die dir am besten gefällt.
  2. Leg diese markierte Idee vorübergehend beiseite und generiere weiter, als gäbe es sie nicht.
  3. Kehre am Ende zu ihr zurück – manchmal gewinnt sie, aber oft übertrifft eine spätere Idee sie.

Evidenz

Forschung zur Ideenfixierung zeigt, dass erste Ideen die nachfolgende Generierung verankern und dass anhaltende Präsenz früher Ideen spätere, oft originellere unterdrückt – das stützt den Wert, den ersten „guten“ Vorschlag bewusst loszulassen. Smith, Ward & Schumacher (1993) zeigten das kausal: Teilnehmende, denen ein frühes Beispiel gezeigt wurde, passten spätere Ideen daran an, selbst wenn sie zur Abweichung aufgefordert wurden – deshalb öffnet das bewusste Beiseitelegen des Favoriten die Suche wieder. (observational)

Fixierungsforschung stammt größtenteils aus Design-Laboraufgaben; die Übertragbarkeit auf längere, komplexe kreative Arbeit ist eine Extrapolation.

Quellen

Häufiger Fehler

„Beiseitelegen“ mit „aufgeben“ zu verwechseln – der Punkt ist, die Festlegung zu verzögern, nicht zu verwerfen; dein Liebling überlebt oft und profitiert vom Vergleich.

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