Aufmerksamkeitslenkung

Lenke die Aufmerksamkeit weg vom emotional provozierenden Element einer Situation, bevor die Emotion feuert.

Why it works

Emotionen sind teilweise aufmerksamkeitsgetrieben: Worauf du dich fokussierst, verstärkt das emotionale Signal daraus. Aufmerksamkeitslenkung – bewusst zu verschieben, worauf du achtest – wirkt an einem noch früheren Punkt als situative Neubewertung, bevor die Bewertung sich vollständig geformt hat. Ablenkung und Fokussierung sind beides Formen der Aufmerksamkeitslenkung; Ablenkung wirkt besser bei milden Reizen, während bei intensiven Reizen die Aufmerksamkeit tendenziell zurückgezogen wird.

How to do it

  1. Entscheide vor dem Betreten einer emotional aufgeladenen Situation im Voraus, worauf du dich fokussieren wirst.
  2. Kehr während der Situation die Aufmerksamkeit zur Aufgabe oder zu den Bedürfnissen der anderen Person zurück, statt zum emotionalen Auslöser.
  3. Nutz Wenn-dann-Pläne: „Wenn ich mich zum provokativen Element hingezogen fühle, fokussiere ich mich auf [konkrete Alternative].“
  4. Erkenne, dass das am besten als vorübergehender Puffer wirkt, nicht als dauerhafte Umleitung.

Evidenz

Aufmerksamkeitslenkung ist eine der vier Familien von Regulationsstrategien in Gross' Prozessmodell. Ablenkungsstudien zeigen, dass sie emotionale Intensität bei milden bis moderaten Reizen reduziert. Bei intensiven Reizen ist ihre Wirksamkeit begrenzt, weil Aufmerksamkeit unwillkürlich gebunden wird. (observational)

Aufmerksamkeitslenkung ist bei intensiver Emotion weniger wirksam als Neubewertung und keine Langzeitstrategie. Chronisch angewendet wird sie zu Vermeidung.

Quellen

  • Gross (1998), process model of emotion regulation, Review of General Psychology

Häufiger Fehler

Zu versuchen, die Aufmerksamkeit von einem sehr intensiven emotionalen Auslöser wegzulenken, wo der Sog stark genug ist, um die willentliche Umleitung zu überschreiben – hier braucht es Neubewertung oder körperbasierte Regulation.

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