Achtsames Bewusstsein von Leid

Halte schmerzhafte Gefühle in ausgewogenem Bewusstsein – weder unterdrückend noch von ihnen mitgerissen.

Why it works

Du kannst dir kein Mitgefühl für Schmerz anbieten, den du zu erkennen dich weigerst. Achtsamkeit schafft das klare, nicht wertende Bewusstsein, das dich „das tut weh“ bemerken lässt, ohne es entweder zu leugnen oder dich übermäßig damit zu identifizieren. Diese ausgewogene Haltung ist die Voraussetzung für eine freundliche Reaktion, und sie verhindert, dass Grübeln den Distress verstärkt.

How to do it

  1. Halte inne und benenne das Gefühl schlicht: „Ich fühle gerade Angst / Scham / Traurigkeit.“
  2. Lokalisiere, wo du es in deinem Körper spürst, und lass die Empfindung dort sein, ohne sie zu reparieren.
  3. Vermeide beide Extreme: nicht „mir geht's gut“ (Unterdrückung) und nicht „ich bin eine Katastrophe“ (Überidentifikation).

Evidenz

Achtsamkeit ist eine der am intensivsten erforschten psychologischen Fähigkeiten, mit randomisierten Studien und Metaanalysen, die achtsamkeitsbasierte Programme für Stress, Angst und Depression stützen; sie bildet das Bewusstseins-Rückgrat der Selbstmitgefühlspraxis. (rct)

Die breite Achtsamkeitsliteratur ist stark, aber Effektgrößen variieren nach Population und Ergebnis, und nicht jede Form von Achtsamkeitspraxis ist gleich gut belegt.

Häufiger Fehler

Überzuidentifizieren – mit dem Gefühl zu verschmelzen, bis „ich fühle mich wie ein Versager“ zu „ich bin einer“ wird –, was das Gegenteil des ausgewogenen Bewusstseins ist, das Achtsamkeit anstrebt.

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