Erforschung anwenden, wenn Gedanken belastend werden

Statt sich auf den Inhalt eines belastenden Gedankens einzulassen, frage, wer davon beunruhigt ist.

Why it works

Belastende Gedanken gewinnen Macht durch die implizite Identifikation: "Ich habe diesen furchtbaren Gedanken, also geht er mich etwas an und erfordert Handeln." Selbsterforschung durchbricht das, indem sie die Aufmerksamkeit vom Inhalt des Gedankens auf denjenigen lenkt, der sich seiner gewahr ist. Das ist strukturell identisch mit der kognitiven Defusion (ACT): der Gedanke bleibt, doch seine Macht über das Verhalten schwindet, weil die Identifikation mit seinem Inhalt gelockert wird.

How to do it

  1. Taucht ein belastender Gedanke auf, widerstehe dem Drang, dich auf seinen Inhalt einzulassen ("aber was, wenn es stimmt?").
  2. Frage stattdessen: "Wer ist davon beunruhigt?"
  3. Bleibe bei der Frage – nicht bei der begrifflichen Antwort, sondern beim gefühlten Erforschen des Erfahrenden.
  4. Beobachte, ob der belastende Gedanke mit derselben Macht bestehen bleibt, wenn du dich nicht mit ihm identifizierst.

Evidenz

Kognitive Defusion in ACT – Abstand zwischen Selbst und Gedanke schaffen – hat RCT-Unterstützung für die Verringerung der Wirkung belastender Gedanken ohne Unterdrückung. Selbsterforschung nutzt einen ähnlichen Entidentifikations-Mechanismus. (mechanistic)

ACT-Defusion hat Evidenz; Ramanas Selbsterforschung wurde nicht in Studien mit ACT verglichen. Die Mechanismen überschneiden sich, sind aber nicht identisch.

Quellen

  • Hayes, Strosahl & Wilson (1999), Acceptance and Commitment Therapy

Häufiger Fehler

Die Erforschung nutzen, um dem belastenden Inhalt zu entkommen, statt den Erfahrenden zu untersuchen – es geht nicht darum, den Gedanken loszuwerden, sondern zu verstehen, wer ihn hat.

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