Das Kernselbst vom problematischen Verhalten trennen

Erinnere dich, dass Verhalten etwas ist, das du tust, nicht die Summe dessen, wer du bist.

Why it works

Scham verschmilzt Handlung und Handelnde und erzeugt eine globale Selbstverurteilung, die Veränderung paradoxerweise erschwert – wenn das Verhalten ist, wer ich bin, erfordert seine Änderung, jemand anderes zu werden, was existenziell bedrohlich wirkt. Selbst von Verhalten zu trennen bewahrt das stabile Selbstgefühl, das nachhaltige Veränderung erfordert.

How to do it

  1. Sage nach der Identifikation eines Verhaltens, das du ändern willst, ausdrücklich: „Dieses Verhalten ist eine Sache, die ich tue, nicht wer ich bin.“
  2. Liste zwei oder drei weitere Eigenschaften oder Verhaltensweisen auf, die ebenfalls für dich gerade zutreffen.
  3. Formuliere die Veränderung als Aktualisierung einer Gewohnheit, nicht als Ersatz eines Selbst.
  4. Kehre zu dieser Rahmung zurück, sobald Scham-Sprache wieder auftaucht.

Evidenz

Selbstkomplexitätsforschung (Linville) zeigt, dass Menschen mit reichhaltigeren, differenzierteren Selbstkonzepten widerstandsfähiger gegenüber negativen Ereignissen sind – konsistent mit der schützenden Funktion, das Selbst nicht in ein einzelnes Verhalten kollabieren zu lassen. (observational)

Selbstkomplexitätsforschung befasst sich mit Resilienz allgemein; die Anwendung speziell auf Scham ist eine begründete Erweiterung, kein direkter Test.

Quellen

  • Linville (1987), Self-complexity as a cognitive buffer against stress-related illness and depression, JPSP

Häufiger Fehler

Diese Praxis als Verleugnung zu nutzen („So bin ich eigentlich nicht“) statt als ehrliche Anerkennung des Verhaltens gepaart mit der Weigerung, es das ganze Selbst definieren zu lassen.

Übe das mit IX Coach

Mit IX Coach starten

More practices for Scham vs. Schuld: Warum die Unterscheidung alles verändert

Verwandte Konzepte