„Nichts tun" als aktive Entscheidung mit Konsequenzen umrahmen

Fragen Sie: „Was wähle ich, wenn ich hierbleibe?" — nicht nur „Ist die Veränderung es wert?"

Why it works

Die Status-quo-Verzerrung nutzt eine kognitive Asymmetrie aus: Untätigkeit fühlt sich wie ein neutraler Standard an, nicht wie eine Wahl. Den Status quo umzurahmen als „ich wähle aktiv, X fortzusetzen" zwingt die Bewertung seiner Kosten auf dieselbe Skala wie die Kosten der Alternativen. Das ist eine direkte Anwendung der Verlustaversion: Die Fortsetzungskosten lebendig zu machen wirkt der Standardtendenz entgegen, nur die Kosten des Gehens zu gewichten.

How to do it

  1. Schreiben Sie die expliziten Kosten des Verbleibs in der aktuellen Situation genauso klar auf wie die Kosten der Alternative.
  2. Fragen Sie: „Wenn ich in einem Jahr hiergeblieben und nicht gewechselt bin — was würde ich verlieren oder verpassen?"
  3. Vergleichen Sie erst dann die Verbleibskosten mit den Wechselkosten nebeneinander.
  4. Treffen Sie die endgültige Entscheidung, als wären beide Optionen gleich unvertraut.

Evidenz

Samuelson und Zeckhauser (1988) zeigten, dass die Kennzeichnung einer Option als „Status quo" ihren Anteil an Wahlen erhöhte, selbst wenn die Option zufällig zugewiesen wurde. Untätigkeit als aktive Wahl umzurahmen ist ein anerkanntes Korrektiv der Status-quo-Verzerrung in der verhaltensökonomischen Literatur. (observational)

Die Praxis funktioniert am besten, wenn die Status-quo-Kosten wirklich erkennbar sind; bei vielen Lebensentscheidungen (Beziehungen, Karrieren) sind die Kosten des Bleibens schwerer zu schätzen als die Kosten des Gehens.

Quellen

  • Samuelson & Zeckhauser (1988), Status quo bias in decision making, Journal of Risk and Uncertainty

Häufiger Fehler

Die Kosten des Verbleibs aufzuschreiben, sie aber abstrakt zu halten („Opportunitätskosten"), während die Kosten des Wechsels konkret gemacht werden („Risiko, Aufwand, Ungewissheit") — asymmetrische Konkretheit erzeugt die Verzerrung erneut.

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