Das Angrenzend-Mögliche, praktisch erklärt

Warum der beste nächste Zug selten ein Sprung ist – und wie man den Rand des für einen selbst Möglichen findet

Was ist das Angrenzend-Mögliche und wie nutzt man es?

Das Angrenzend-Mögliche, ein Konzept des Komplexitätstheoretikers Stuart Kauffman, bekannt gemacht durch Steven Johnson in Where Good Ideas Come From, beschreibt die Menge der nächsten Schritte, die von deiner aktuellen Position aus erreichbar sind – nicht alle zukünftigen Möglichkeiten, sondern nur die, die einen Zug entfernt liegen. In der Praxis rahmt es Innovation und persönliche Entwicklung als diszipliniertes Erweitern der Grenze statt als heroischen Sprung: Jede neue Position eröffnet ein neues Angrenzend-Mögliches, das vorher nicht erreichbar war.

Stuart Kauffman prägte „angrenzend Mögliches“ im Kontext biologischer Evolution: In jedem Moment ist der Raum dessen, was als Nächstes geschehen kann, durch das bereits Existierende begrenzt, und jeder realisierte Schritt erweitert die Menge dessen, was neu erreichbar ist. Steven Johnson übernahm die Idee 2010 in Where Good Ideas Come From, um zu erklären, warum bahnbrechende Innovationen so konsequent in Clustern auftreten – sie werden erst möglich, sobald angrenzende Ideen vorhanden sind. Das Konzept gilt gleichermaßen für persönliche Entwicklung: Dein Angrenzend-Mögliches ist der Ring erreichbarer nächster Schritte direkt jenseits deiner aktuellen Position, und die Disziplin besteht darin, ihn bewusst zu erweitern, statt auf einen glücklichen Sprung zu warten.

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