Erst Menge: möglichst viele Ideen generieren, bevor irgendeine bewertet wird

Der beste Weg zu einer guten Idee ist, viele Ideen zu haben – Originalität steigt mit der Menge, also erst rücksichtslos generieren, dann auswählen.

Why it works

Expertenurteil, zu früh in einer kreativen Sitzung angewendet, verengt die Suche auf die unmittelbar plausibelsten Optionen – die auch die vertrautesten sind. Das Urteil aufzuschieben, bis eine große Menge an Ideen generiert wurde, hält die kreative Suche in den weniger vertrauten Regionen des Raums, wo originellere Ideen statistisch wahrscheinlicher zu finden sind. Das ist Linus Paulings Prinzip: Du kannst nicht vorhersagen, welche Idee gut sein wird, also generiere viele.

How to do it

  1. Lege vor dem Start ein Mengenziel fest: 20 Ideen, 30 Überschriften, 15 Lösungen.
  2. Schreibe jede Idee auf, sobald sie kommt, ohne innezuhalten, um sie zu bewerten.
  3. Wenn du feststeckst, senke die Latte: Halbideen, Fragment-Ideen und schlechte Ideen zählen alle.
  4. Bewerte erst, wenn das Mengenziel erreicht ist.

Evidenz

Forschung zur generativen Flüssigkeit zeigt durchgängig, dass spätere Ideen als origineller bewertet werden als frühere; das Aufschieben der Bewertung, bis höhere Mengen erreicht sind, erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass die finale Auswahl originellere Arbeit enthält. (observational)

Forschung zu Gruppen-Brainstorming zeigt komplexe Ergebnisse; das Mengen-vor-Qualität-Prinzip ist am besten für individuelle Generierung belegt. Gruppen-Brainstorming ohne Prozessintervention schneidet häufig schlechter ab als nominale Gruppen (Einzelpersonen, die allein arbeiten).

Quellen

  • Mednick (1962), associative basis of the creative process, Psychological Review

Häufiger Fehler

Bei den ersten drei oder vier Ideen aufzuhören, die gut erscheinen, und die Mengenphase für abgeschlossen zu erklären – die originellen Ideen liegen fast immer tiefer in der Liste, nicht am Anfang.

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