Anfängergeist (Shoshin), praktisch angewendet

Shoshin – die Zen-Praxis des Nicht-Wissens als tägliche Disziplin

Was ist der Anfängergeist und wie kultiviert man ihn?

Der japanische Begriff shoshin (初心) bedeutet wörtlich „Anfängergeist“ oder „ursprünglicher Geist“ und bezeichnet die Zen-Praxis, Erfahrungen – auch vertraute Aufgaben, Beziehungen und Ideen – so zu begegnen, als wäre es das erste Mal, frei von den Annahmen, die sich mit wachsender Expertise still ansammeln. Der Begriff stammt aus dem Zen-Buddhismus und ist eng mit Shunryu Suzuki verbunden, dem Sōtō-Zen-Priester, der das San Francisco Zen Center gründete; sein Buch „Zen-Geist, Anfänger-Geist“ (1970) beginnt mit dem Satz, durch den die meisten Menschen den Begriff kennen: Im Geist des Anfängers gibt es viele Möglichkeiten, im Geist des Experten nur wenige. Derselbe Begriff findet sich in japanischen Kampfkünsten und traditionellen Handwerken, wo er zusätzlich die Bedeutung trägt, zur eigenen ursprünglichen Absicht zurückzukehren, statt bloß Unwissenheit vorzutäuschen. Shoshin bedeutet nicht, so zu tun, als wisse man nichts – es bedeutet, das eigene Wissen so locker zu halten, dass neue Informationen noch ankommen können. In der zeitgenössischen Psychologie überschneidet sich das Konzept mit der Forschung zu aktiv aufgeschlossenem Denken, Neugier und den dokumentierten kognitiven Kosten der „Experten-Blindheit“ – wobei die Praxis in erster Linie eine kontemplative Disziplin ist und die psychologische Forschung eine parallele Perspektive, nicht ihre Quelle.

„Im Geist des Anfängers gibt es viele Möglichkeiten, im Geist des Experten nur wenige.“ Shunryu Suzukis Formulierung in „Zen-Geist, Anfänger-Geist“ (1970) beschreibt etwas, das die Kognitionswissenschaft seither bestätigt hat: Expertise verschließt die Wahrnehmung von Alternativen, und dasselbe selbstsichere Mustererkennen, das Experten effizient macht, macht sie auch blind für Neues. Anfängergeist ist die bewusste Praxis, diese Muster zu lockern – nicht, indem man die eigene Expertise aufgibt, sondern indem man so locker auf den eigenen Denkmodellen sitzt, dass man sieht, was sie übersehen.

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Übe das mit IX Coach

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