Tritt bewusst in Unbehagen mit geringem Risiko ein

Wähle regelmäßig kleine Situationen, die die Zielangst auslösen, damit das Nervensystem lernt, dass sie überlebbar ist.

Why it works

Vermeidung hält Angst aufrecht, indem sie die Widerlegung des gefürchteten Ergebnisses verhindert. Jeder freiwillige Eintritt in die Unbehagenszone — ohne dass die gefürchtete Konsequenz eintritt — aktualisiert das Bedrohungsmodell. Das ist derselbe Mechanismus wie Expositionstherapie, subklinisch angewendet: Das Gehirn lernt durch direkte Erfahrung, nicht durch Argumentation.

How to do it

  1. Kartiere die Situationen, die du derzeit vermeidest, weil sie sich bedrohlich für die Kompetenz anfühlen (im Meeting das Wort ergreifen, klärende Fragen stellen, Stretch-Aufgaben übernehmen).
  2. Ordne sie nach Intensität und beginne mit dem am wenigsten intensiven Punkt.
  3. Tritt freiwillig ein, bleib präsent, bis das Unbehagen von selbst abklingt, und vermerke, was tatsächlich passiert ist.
  4. Steige die Hierarchie hinauf, sobald jeder Punkt handhabbar wird.

Evidenz

Graduelle Exposition ist eine der am häufigsten replizierten Techniken der klinischen Psychologie, mit umfangreicher RCT-Unterstützung für Angstreduktion über Störungen hinweg. Ihre Anwendung auf nichtklinischen Selbstvertrauensaufbau ist aus demselben Mechanismus extrapoliert. (clinical)

Klinische Expositionsforschung wird für Angststörungen durchgeführt; die Anwendung des Mechanismus auf gewöhnliche Leistungsangst ist theoretisch fundiert, aber bei subklinischer Intensität weniger direkt erprobt.

Quellen

  • Wolpe (1958), systematic desensitization; replicated extensively in cognitive-behavioral literature

Häufiger Fehler

Fluten — zuerst in die intensivste Situation eintreten — was das System überwältigt und Vermeidung verstärkt statt reduziert.

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