Die Irgendwann-Liste als Werte-Barometer nutzen

Was du weiter zur Irgendwann-Liste hinzufügst – und was du weiter nicht tust – verrät, was du wirklich schätzt gegenüber dem, was du zu schätzen glaubst.

Why it works

Offenbarte Präferenz (was wir über Zeit tatsächlich wählen) ist ein genauerer Indikator für Werte als bekundete Präferenz (was wir sagen, dass wir schätzen). Die Irgendwann-Liste macht offenbarte Präferenz sichtbar: Punkte, die wiederholt hinzugefügt, aber nie aktiviert werden, und Punkte, die trotz langem Aufschub schnell aktiviert werden, tragen beide Information über echte Motivation. Die Liste als Werteinstrument zu behandeln fügt eine Schicht Selbsterkenntnis über bloßes Aufgabenmanagement hinaus hinzu.

How to do it

  1. Bei jedem Jahresreview deine Irgendwann-Punkte kategorisieren: 'immer hinzugefügt, nie erledigt', 'hinzugefügt und schnell aktiviert', 'nie hinzugefügt, aber tue es'.
  2. Die erste Kategorie spiegelt wahrscheinlich Identitätsanspruch statt echten Wunsch.
  3. Die dritte Kategorie kann echte, noch nicht benannte Werte offenbaren.
  4. Deine bekundeten Werte im Licht des offenbarten Musters revidieren.

Evidenz

Offenbarte versus bekundete Präferenz ist eine grundlegende Unterscheidung in Verhaltensökonomie und Motivationsforschung; tatsächliches Verhalten über Zeit sagt Werte zuverlässiger voraus als Selbstauskunft. (mechanistic)

Die Werte-Barometer-Anwendung ist eine Praktiker-Schlussfolgerung; Aufgabenaktivierungsmuster als Werteevidenz zu nutzen ist eine vernünftige Schlussfolgerung, keine untersuchte Methode.

Häufiger Fehler

Das in der Irgendwann-Liste gehaltene Selbstbild gegen die Evidenz des Aktivierungsmusters verteidigen – die Liste sagt, wer du glaubst sein zu wollen; das Aktivierungsmuster sagt, wer du bist.

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