'Essenziell' definieren, bevor das Fasten beginnt

Ein Ausgabenfasten funktioniert nur, wenn du entscheidest, was als essenziell zählt, bevor der emotionale Druck kommt.

Why it works

Im Moment eines Kaufimpulses ist das Gehirn motiviert, eine Präferenz als Bedürfnis umzudeuten – Rationalisierung ist der Standardmodus eines aktivierten Belohnungssystems. Sich im Voraus auf eine explizite Liste des Essenziellen festzulegen entfernt die Kategorisierungsentscheidung im Moment, die das Gehirn dazu neigt zu manipulieren. Die Liste macht die Regeln auch extern und nachvollziehbar, was die kognitive Last der Durchsetzung während des gesamten Fastens reduziert.

How to do it

  1. Alle wiederkehrenden monatlichen Ausgaben auflisten und jede als Miete/Nebenkosten/Grundnahrungsmittel/Medizinisches (essenziell) oder alles andere einordnen.
  2. Grenzfälle im Voraus explizit klären: Ist dein Fitnessstudio essenziell? Kaffee auf der Arbeit? Eine Aktivität deines Kindes?
  3. Die Liste aufschreiben und mit einem Rechenschaftspartner teilen, bevor Tag eins beginnt.
  4. Einmal festgelegt, ändert sich die Liste während des Fastens nicht – nur vor der nächsten Fastenperiode neu verhandeln.

Evidenz

Selbstverpflichtungsmechanismen sind in der Verhaltensökonomie gut gestützt als Mechanismus, um Präferenzumkehrungen im Moment, getrieben von Gegenwartsverzerrung, zu überwinden. Die spezifische Anwendung auf Ausgabenlisten ist mechanistisch. (mechanistic)

Das Ausgabenfasten selbst hat keine formalen Studien. Der Verhaltensmechanismus stützt sich auf Selbstverpflichtungsforschung, die hier per Analogie angewendet wird.

Quellen

  • Ariely & Wertenbroch (2002), "Procrastination, Deadlines, and Performance," Psychological Science — on self-imposed constraints as commitment devices

Häufiger Fehler

Die Liste des Essenziellen während des Fastens erstellen, wenn ein konkreter Kauf gerade erwogen wird – das gibt die Entscheidung genau der motivierten Argumentation, die die Liste verhindern sollte.

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