Schreibe die Hypothese, bevor du handelst

Formuliere, was du vom Experiment erwartest, bevor es beginnt.

Why it works

Eine Hypothese zu schreiben erzwingt eine explizite Vorhersage, die zweierlei bewirkt: Sie macht das Ziel des Experiments klar (Information, keine Leistung), und sie erzeugt einen kognitiven Kontrast — ein mentales Bild der gewünschten Zukunft gegen den aktuellen Zustand gehalten —, den die Forschung mit stärkerer Planung und Durchführung verknüpft. Sie schützt auch vor motiviertem Denken im Nachhinein: Du kannst ein Scheitern nicht als Erfolg umdeuten, wenn du im Voraus aufgeschrieben hast, was Erfolg bedeutet.

How to do it

  1. Schreibe vor dem Start: „Ich erwarte, dass ich, wenn ich [Verhalten] für [Dauer] tue, [konkretes Ergebnis] bemerken werde.“
  2. Halte die Vorhersage ehrlich und widerlegbar — vage Hypothesen („ich werde mich besser fühlen“) sind nicht testbar.
  3. Vergleiche nach dem Testlauf die tatsächliche Erfahrung ehrlich mit der Vorhersage.

Evidenz

Forschung zu vorausschauender Zielsetzung und mentalem Kontrastieren unterstützt das Vorab-Festlegen expliziter Ergebnisse als Verbesserung der Planungsqualität. Strukturierte Reflexion verbessert das Lernen aus Erfahrung gegenüber unstrukturierter Beobachtung. (observational)

Die genannte Studie betrifft mentales Kontrastieren (sich sowohl Erfolg als auch Hindernisse vorzustellen), was verwandt, aber nicht identisch mit dem Schreiben von Hypothesen ist. Die Hypothesen-Rahmung speziell ist praktischer Rat.

Quellen

  • Oettingen et al. (2001), mental contrasting and goal commitment, Journal of Personality and Social Psychology

Häufiger Fehler

Die Hypothese nach dem Testlauf zu schreiben, was es der Rückschau erlaubt, umzudeuten, was du „testest“, und ehrliches Lernen aus den Daten verhindert.

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