Abruf: teste dich selbst statt zu wiederholen

Rufe den Stoff aus dem Gedächtnis ab, statt ihn erneut zu lesen.

Why it works

Zu versuchen, Informationen abzurufen, stärkt das Gedächtnis weit mehr als passives Wiederholen, weil der anstrengende Akt, etwas aus dem Gedächtnis zu ziehen, die Spur rekonsolidiert und verstärkt. Erneutes Lesen erzeugt ein flüssiges, vertrautes Gefühl, das sich als Wissen tarnt; Abruf zeigt, was du tatsächlich auf Abruf produzieren kannst. Das ist der Testeffekt, einer der zuverlässigsten Befunde der Lernpsychologie.

How to do it

  1. Schließe nach dem Lernen das Material und versuche, es aus dem Gedächtnis wiederzugeben.
  2. Verwandle Notizen in Fragen und beantworte sie kalt, bevor du nachschaust.
  3. Behandle Abrufversagen als Signal dafür, was du wiederholen solltest, nicht als verschwendeten Aufwand.

Evidenz

Der Testeffekt – dass Abrufübung stärkere langfristige Behaltensleistung erzeugt als erneutes Studieren – ist eines der am robustesten replizierten Ergebnisse der kognitiven Psychologie, gestützt durch viele kontrollierte Experimente und Metaanalysen. (rct)

Abruf hilft am meisten, wenn er anstrengend, aber letztlich erfolgreich ist; wenn Material weit zu schwer ist, um überhaupt abgerufen zu werden, ist zunächst etwas erneutes Studieren nötig.

Quellen

  • Roediger & Karpicke (2006), "Test-Enhanced Learning", Psychological Science

Häufiger Fehler

Erneut zu lesen und zu markieren, weil es sich produktiv und flüssig anfühlt, und dann diese Wiedererkennung mit der Fähigkeit zu verwechseln, es später abzurufen.

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