Die Vagusbremse mit einem langsamen, verlängerten Ausatmen aktivieren

Ein längeres Ausatmen als Einatmen verlangsamt das Herz und signalisiert dem Nervensystem, dass die Gefahr vorüber ist.

Why it works

Die Herzfrequenz beschleunigt beim Einatmen (sympathisch) und verlangsamt sich beim Ausatmen (parasympathisch-vagal) – dieses Phänomen heißt respiratorische Sinusarrhythmie. Ein bewusst verlängertes Ausatmen verstärkt die verlangsamende Phase und erhöht die Herzratenvariabilität, ein zuverlässiger Marker für Vagustonus. Höhere HRV wird mit besserer emotionaler Regulation, kognitiver Flexibilität und Ruhegefühl in Verbindung gebracht. Das ist die Physiologie hinter den meisten atembasierten Beruhigungspraktiken.

How to do it

  1. Atme 4 Zählzeiten lang durch die Nase ein.
  2. Atme 6–8 Zählzeiten lang langsam durch Mund oder Nase aus.
  3. Lass das Ausatmen am Ende passiv statt erzwungen enden.
  4. Führe dies 2–5 Minuten fort, oder bis du eine Veränderung in Leichtigkeit oder Präsenz spürst.

Evidenz

Verlängertes Ausatmen mit gesteuerter Atmung erhöht in mehreren Studien zuverlässig die HRV. Höhere HRV wird in einer breiten Beobachtungsliteratur mit besserer autonomer Flexibilität und emotionaler Regulation in Verbindung gebracht. (observational)

HRV ist ein Marker, kein direktes Maß für Wohlbefinden; die Atemübung verschiebt die HRV zuverlässig, aber die Wirkung auf das subjektive Erleben variiert je nach Person und Kontext.

Quellen

  • Lehrer & Gevirtz (2014), heart rate variability biofeedback, Frontiers in Psychology

Häufiger Fehler

Das Ausatmen zu stark oder zu schnell zu erzwingen, was Spannung im Brustkorb erzeugt und eher aktiviert als beruhigt. Das Ausatmen sollte sanft sein – eher wie Luft loslassen als sie herauszupressen.

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