Mit deinem zukünftigen Selbst verbinden, um gegenwärtigen Verzicht zu motivieren

Sich das zukünftige Selbst lebendig vorzustellen lässt abstrakte langfristige Gewinne realer wirken als unmittelbare Versuchungen.

Why it works

Forschung in Neuroökonomie und kognitiver Psychologie zeigt, dass Menschen dazu neigen, ihr zukünftiges Selbst als Fremden zu erleben — eine andere Person, deren Interessen sich fern anfühlen. Diese "Zukunfts-Selbst-Diskontinuität" trägt zu gegenwartsfokussierten Entscheidungen bei. Interventionen, die das zukünftige Selbst lebendiger und emotional näher machen, erhöhen die Bereitschaft, jetzt zu verzichten, weil der Nutznießer weniger abstrakt wirkt.

How to do it

  1. Schreibe einen Brief von deinem zukünftigen Selbst (6–12 Monate voraus), der beschreibt, was du erreicht hast und wie sich dein tägliches Leben verbessert hat.
  2. Beschreibe es in sinnlichem Detail: wo du bist, was du kannst, wie du dich fühlst.
  3. Kehre dazu zurück, wenn die gegenwärtige Willenskraft niedrig ist — die konkrete Vision übertrifft abstrakte Ziele.

Evidenz

Hershfield et al. fanden, dass Teilnehmende, die mit gealterten Avataren ihrer selbst interagierten, mehr Ressourcen der Altersvorsorge zuwiesen. Effekte der Lebendigkeit des zukünftigen Selbst auf gegenwärtige Selbstkontrolle haben Beobachtungsunterstützung. (observational)

Die meisten Studien nutzen spezifische finanzielle Verhaltensweisen; die Verallgemeinerung auf andere Selbstkontrollbereiche ist plausibel, aber weniger direkt getestet.

Quellen

  • Hershfield et al. (2011), Increasing saving behavior through age-progressed renderings, Journal of Marketing Research

Häufiger Fehler

Vage aspirative Aussagen zu schreiben ("Ich werde gesünder sein") statt konkreter, sinnlicher, spezifischer Beschreibungen — Vagheit überbrückt die Selbst-Diskontinuitäts-Lücke nicht.

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