Verbale und visuelle Kanäle getrennt halten

Vermeide es, gesprochene Erzählung und dichten Text gleichzeitig zu präsentieren.

Why it works

Baddeleys Modell ordnet gesprochene/geschriebene Sprache der phonologischen Schleife zu und visuell-räumliches Material dem visuell-räumlichen Skizzenbuch – zwei getrennten Subsystemen. Beide gleichzeitig mit redundantem oder konkurrierendem Inhalt zu überfluten spaltet die Koordinationsressourcen der zentralen Exekutive und verschlechtert die Verarbeitung. Text für manche Informationen und Bilder oder Sprache für andere zu nutzen reduziert die Interferenz zwischen den beiden Systemen.

How to do it

  1. Kombiniere beim Materialdesign eine erzählte Erklärung mit einem Diagramm, statt die Erklärung als Bildschirmtext zu platzieren.
  2. Lies beim Lernen eine Quelle nach der anderen, statt zwischen mehreren offenen Tabs zu wechseln.
  3. Vermeide es, gesprochenen Inhalt (Podcasts, Videos) abzuspielen, während du dichten Text liest.

Evidenz

Der Modalitätseffekt – dass Menschen besser aus Erzählung plus Bildern lernen als aus Text plus Bildern – steht im Einklang mit der Zwei-Kanal-Architektur des Arbeitsgedächtnisses und wurde in vielen Multimedia-Lernstudien repliziert. (observational)

Effektgrößen variieren je nach Material und Vorwissen des Lerners; fortgeschrittene Lerner profitieren oft weniger von getrennter Präsentation.

Quellen

  • Mayer & Moreno (2003), "Nine ways to reduce cognitive load in multimedia learning", Educational Psychologist

Häufiger Fehler

Einen Vortrag laufen zu lassen, während du gleichzeitig versuchst, Folien wörtlich zu lesen – der doppelte verbale Input zwingt beides in die phonologische Schleife, spaltet die Aufmerksamkeit und reduziert das Verständnis von beidem.

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