Die Maßstäbe relativieren, mit denen du dich selbst beurteilst

Bemerke den Maßstab, den du zur Bewertung deines Lebens nutzt, und frage, woher er kam und ob du ihn gewählt hast.

Why it works

Die meiste Selbstbewertung nutzt übernommene Maßstäbe — kulturelle, familiäre, berufliche —, die nie explizit gewählt wurden. Zhuangzis Perspektivismus hebt hervor, dass alle Maßstäbe rahmenrelativ sind: Was aus einem Rahmen als Erfolg zählt, ist aus einem anderen Scheitern. Den impliziten Maßstab aufzudecken und nach seiner Quelle zu fragen ist ein spezifischer metakognitiver Schritt, der die Möglichkeit echter Wahl schafft.

How to do it

  1. Schreibe den Hauptmaßstab auf, mit dem du gerade dein Leben beurteilst: Einkommen, Status, Produktivität, Anerkennung.
  2. Frage: „Woher kam dieser Maßstab? Habe ich ihn gewählt oder übernommen?“
  3. Frage: „Würde ich diesen Maßstab wählen, wenn ich mein Leben von Grund auf gestalten würde?“
  4. Wenn nicht, benenne den Maßstab, den du tatsächlich wählen würdest, und untersuche, ob dein aktuelles Handeln ihm dient.

Evidenz

Forschung zu selbstkongruenten Zielen (Ziele, die an authentischen Werten statt externem Druck ausgerichtet sind) zeigt, dass das Verfolgen selbstkongruenter Ziele nachhaltigeres Wohlbefinden und Motivation erzeugt als das Verfolgen übernommener externer Maßstäbe. (observational)

Die Selbstkongruenz-Forschung operationalisiert gewählte versus übernommene Ziele; Zhuangzis Schritt, Maßstäbe als rahmenrelativ zu hinterfragen, ist eine philosophische Erweiterung derselben Einsicht.

Quellen

  • Sheldon & Elliot (1999), goal striving, need-satisfaction and longitudinal wellbeing, Journal of Personality and Social Psychology

Häufiger Fehler

Einen ungeprüften Maßstab durch einen anderen zu ersetzen — „Ich lehne Leistung ab, jetzt optimiere ich für Authentizität“ —, ohne zu prüfen, ob der neue Maßstab tatsächlich gewählt wurde.

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