Das gefürchtete Risiko mit bereits akzeptierten Risiken vergleichen

Eine neue Angst kalibrieren, indem man sie mit Grundrisiken vergleicht, mit denen man ohne Angst lebt.

Why it works

Menschen akzeptieren unterschiedliche Risikoniveaus je nachdem, ob ein Risiko vertraut, freiwillig oder gerade im Diskurs präsent ist — nicht anhand der tatsächlichen Wahrscheinlichkeit. Eine kaskadenbedingte Angst kann ein Ereignis mit 1-zu-einer-Million-Chance dringlicher erscheinen lassen als ein 1-zu-100-Risiko, das man gedankenlos akzeptiert. Expliziter Vergleich über Risikodomänen hinweg durchbricht die Isolierung, die es kaskadenaufgeblähten Ängsten erlaubt, unangefochten zu bestehen.

How to do it

  1. Drei Risiken auflisten, die man täglich ohne Angst akzeptiert (Autofahren, Infektion, Lebensmittelsicherheit).
  2. Die vergleichenden Raten nachschlagen.
  3. Fragen: „Ist das gefürchtete Risiko größer oder kleiner als diese?“ — und dann prüfen, ob das eigene Sorgenniveau dazu passt.

Evidenz

Domänenübergreifender Risikovergleich ist ein Standardwerkzeug der Risikokommunikation und Psychometrik. Slovics Arbeit zum psychometrischen Paradigma dokumentiert, wie Angstgrad, Neuheit und Kontrollierbarkeit — nicht Wahrscheinlichkeit — die wahrgenommene Gefahr treiben. Fischhoff et al. (1978) lieferten die grundlegenden psychometrischen Daten und zeigten, dass akzeptable Risikoniveaus über Domänen hinweg bei derselben objektiven Wahrscheinlichkeit um bis zum Tausendfachen variieren — genau deshalb entlarvt der Vergleich über Domänen hinweg eine aufgeblähte Angst. (observational)

Quellen

Häufiger Fehler

Vergleichsrisiken zu wählen, die selbst hoch auffällig und daher selbst verzerrt sind — mit gut dokumentierten Alltagsrisiken vergleichen, nicht mit anderen Mediengeschichten.

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