Frage, was passiert, wenn es keine Einigung gibt

Bringe die BATNA der Gegenseite ans Licht, indem du fragst, was sie tun, wenn es nicht klappt.

Why it works

Die meisten Menschen gehen in Verhandlungen ohne klares Bild von der besten Alternative der Gegenseite zu einer verhandelten Einigung (BATNA). Direkt zu fragen – „Was passiert, wenn wir das nicht hinbekommen?“ – offenbart sie oft, und sie zu kennen kalibriert die Einschätzung der Verhandlungsmacht beider Seiten neu. Die Frage führt zudem Knappheit ein: Sie stellen sich nun die Welt ohne Einigung vor, was eine Einigung attraktiver macht.

How to do it

  1. Frage an einem natürlichen Pausenpunkt ruhig: „Was passiert auf deiner Seite, wenn wir keine Einigung erzielen?“
  2. Höre darauf, ob ihre Alternative tatsächlich gut ist (sie haben Verhandlungsmacht) oder kostspielig (du hast mehr, als du dachtest).
  3. Spiegle, was du gehört hast, und teile dann deine eigenen Beschränkungen – die Symmetrie baut Vertrauen auf.
  4. Nutze das Gelernte, um die Einigung als gemeinsame Lösung eines gemeinsamen Problems umzurahmen.

Evidenz

BATNA awareness is a foundational concept in negotiation theory, with substantial academic support for its role in shaping outcomes. Eliciting the counterpart’s BATNA through direct questions is practitioner technique built on that base. Pinkley, Neale and Bennett provide the experimental evidence that the quality of a party’s alternative measurably shifts the settlement they reach, which is exactly the leverage this question is trying to read. (mechanistic)

BATNA theory is well established; the specific calibrated question as a way to surface it is practitioner craft rather than a tested elicitation technique.

Quellen

Häufiger Fehler

Das zu früh zu fragen, bevor Vertrauen aufgebaut ist, was als Drohung gelesen wird („wir könnten keine Einigung haben“) statt als echte gemeinsame Erkundung.

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