Körperliche Erregung als Herausforderungsaktivierung umdeuten, nicht als Bedrohung

Sagen Sie sich, dass das rasende Herz Ihr Körper ist, der sich auf Leistung vorbereitet — denn physiologisch ist das oft genau richtig.

Why it works

Herausforderungs- und Bedrohungszustände beinhalten beide sympathische Aktivierung — erhöhte Herzfrequenz, Adrenalin, Cortisol —, aber mit unterschiedlichen Gefäßprofilen. Die subjektive Deutung dieser Aktivierung als „Aufregung“ versus „Angst“ lässt sich teilweise von der Physiologie selbst lösen. Die Erregung als Herausforderungsaktivierung statt als Bedrohungsangst zu benennen, verändert die Bedeutung und, so die Belege, auch das nachfolgende Verhalten — nicht weil die Physiologie sich augenblicklich wandelt, sondern weil die Meta-Angst vor der Angst entfällt.

How to do it

  1. Wenn Sie Erregung vor einem Ereignis bemerken (rasendes Herz, flacher Atem, erhöhte Wachsamkeit), halten Sie inne und sagen — laut oder schriftlich —: „Ich bin aufgeregt. Mein Körper bereitet sich vor.“
  2. Versuchen Sie nicht, die Erregung zu beruhigen; lenken Sie sie stattdessen auf die Aufgabe, indem Sie benennen, wofür die Vorbereitung dient.
  3. Unterscheiden Sie zwischen der Erregung (die nützlich ist) und der Bedrohungserzählung (die es nicht ist) — „Ich bin aktiviert“ statt „Ich werde scheitern“.

Evidenz

Alison Wood Brooks' Forschung zeigte, dass sich selbst vor folgenreichen Auftritten (Singen, Mathematik, öffentliches Sprechen) zu sagen „Ich bin aufgeregt“ die Ergebnisse gegenüber dem Versuch, sich zu beruhigen, verbesserte — und dass die Umdeutung wirkte, indem sie Angst in den leistungskompatiblen Zustand der Aufregung umwandelte. Jamieson, Nock & Mendes (2012) liefern konvergierende Belege, dass die Umdeutung von Erregung als funktional messbar effizientere kardiovaskuläre Reaktionen und bessere kognitive Leistung unter Stress hervorbringt. (rct)

Die Effekte wurden bei akuten Leistungsaufgaben in Labor- und kurzen Feldstudien getestet; ob sie bei länger andauernder oder schwererer Leistungsbelastung anhalten, ist weniger gesichert.

Quellen

Häufiger Fehler

Zu versuchen, die Erregung völlig zu unterdrücken oder zu beseitigen, was weder schnell möglich noch wünschenswert ist — das Ziel ist die Umlenkung einer bereits verfügbaren Energiequelle.

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