Die „Stress-ist-förderlich“-Haltung annehmen

Zu glauben, Stressreaktionen seien hilfreich — nicht schädlich —, mildert die gesundheitlichen Kosten der Bedrohungsreaktion.

Why it works

Alia Crums Forschung zu mentalen Einstellungen zeigte, dass Menschen, die Stress als förderlich betrachten, andere physiologische und verhaltensbezogene Ergebnisse zeigen als jene, die Stress als schwächend betrachten — selbst bei gleicher objektiver Stressbelastung. Der Mechanismus läuft teilweise über die Herausforderungs- vs. Bedrohungsbewertung: Eine Stress-ist-förderlich-Haltung erhöht die Wahrscheinlichkeit ressourcenorientierter (Herausforderungs-) statt bedrohungsorientierter Bewertung von Stressoren. Das ist keine Verleugnung von Stress — es ist eine Umdeutung der Bedeutung der Stressreaktion selbst.

How to do it

  1. Lernen Sie die tatsächliche Physiologie der Stressreaktion: Cortisol unterstützt die Gedächtniskonsolidierung; Adrenalin steigert Fokus und Energie; die kardiovaskulären Veränderungen mobilisieren Ressourcen. Das heißt nicht „es ist alles in Ordnung“ — es ist einfach zutreffend.
  2. Ersetzen Sie beim Bemerken von Stress die reflexhafte Bewertung („dieser Stress schadet mir“) durch eine zutreffendere: „das ist mein System, das sich vorbereitet.“
  3. Bauen Sie eine persönliche Referenz von Momenten auf, in denen Stress die Leistung aktivierte — rufen Sie diese vor folgenreichen Ereignissen als Beleg für die förderliche Erzählung ab.

Evidenz

Crum, Salovey & Achor zeigten, dass eine Stress-ist-förderlich-Haltung mit besserer Leistung und geringeren gesundheitlichen Symptomen einherging, selbst bei gleicher Stressbelastung. Dies steht im Einklang mit Blascovichs Herausforderungs-Bedrohungs-Modell und erweitert es, indem es auf die Meta-Ebene-Überzeugung über Stress selbst zielt. (observational)

Die Effekte der Einstellung sind moderat und könnten bei mäßigem Stress wirksamer sein als bei schwerem oder chronischem Stress, wo die physiologischen Kosten tatsächlich hoch sind.

Quellen

Häufiger Fehler

„Stress ist förderlich“ als Aufforderung zu deuten, Stresssignale zu ignorieren oder immer mehr Stress zu begrüßen — die Aussage ist, dass die Reaktion selbst nicht grundsätzlich schädlich ist, nicht dass unbegrenzter Stress in Ordnung ist.

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