"Womit ist das noch vergleichbar?" fragen, um den verborgenen Rahmen zu finden
Die tiefere Struktur deines Problems identifizieren und nach Problemen mit derselben Struktur in anderen Bereichen suchen.
Why it works
Die meisten Probleme gehören zu einem strukturellen Typ (Bedingungserfüllung, Koordination, Signal-Rausch-Trennung), der bereits in anderen Bereichen gelöst wurde. Den strukturellen Typ zu finden, erschließt Lösungen außerhalb des ursprünglichen Bereichs des Problems. Die kognitive Operation ist dieselbe, die Koestler als Bisoziation beschrieb: erkennen, dass zwei scheinbar unterschiedliche Dinge ein zugrunde liegendes Muster teilen, was Lösungen übertragbar macht.
How to do it
- Dein Problem formulieren und dann fragen: "Was ist die tiefe Struktur dieses Problems – welcher Art von Herausforderung ist es im Grunde?"
- Zwei oder drei Bereiche auflisten, in denen diese Art von Herausforderung häufig ist.
- Erforschen, wie diese Bereiche damit umgehen, und nach Prinzipien suchen, die übertragbar sind, nicht nur nach Oberflächenmerkmalen.
- Das übertragene Prinzip an deine spezifischen Beschränkungen anpassen, statt es direkt zu kopieren.
Evidenz
Strukturelle Analogie (Abbildung abstrakter Beziehungen statt Oberflächenmerkmale) ist die Form analogen Denkens mit dem höchsten Übertragungswert in der Problemlöseforschung. Sie sagt innovativere Lösungen voraus als oberflächlicher Vergleich. (observational)
Die meiste Evidenz stammt aus kontrollierten Laborproblemen; die Übertragung auf schlecht definierte reale kreative Probleme ist schwerer zu messen.
Quellen
- Gick & Holyoak (1983), schema induction and analogical transfer, Cognitive Psychology
- Gentner, D. (1983). Structure-Mapping: A Theoretical Framework for Analogy. Cognitive Science, 7(2), 155-170.
Häufiger Fehler
Oberflächenmerkmale abbilden ("mein Problem betrifft Maschinen, also schaue ich mir Ingenieurwesen an") statt strukturelle ("mein Problem geht darum, Signalqualität unter verrauschten Bedingungen aufrechtzuerhalten – wer sonst löst das?").
Übe das mit IX Coach
More practices for Kombinatorische Kreativität, praktisch gemacht
- Bewusst eine breite Input-Diät aufbauen
Sich Bereichen weit außerhalb der eigenen Expertise aussetzen, um die kombinatorische Maschine zu füttern.
- Erzwungene Analogie für unerwartete Lösungen nutzen
Dein Problem zufällig mit einem unverwandten Bereich paaren und die Analogie nach Ideen durchsuchen.
- Einen "Sammlergeist" aufbauen – alles Interessante festhalten, dann nach Verbindungen suchen
Eine aktive Ideensammlung führen, damit du sie bei Bedarf nach unerwarteten Paarungen durchsuchen kannst.
- Kollisionsbedingungen schaffen: den Kontext bewusst wechseln
Sich in eine physisch oder mental andere Umgebung begeben, um neue Assoziationen zu erzwingen.
- Ein "Was-wäre-wenn"-Journal für spekulative Kombinationen führen
Täglich "Was-wäre-wenn-X-und-Y-kombiniert-würden"-Impulse aufschreiben – und die spekulativen ernst nehmen.
- Gespräche mit Menschen aus radikal anderen Feldern suchen
Einen Gesprächspartner aus einem anderen Bereich die naiven Fragen stellen lassen, die deine verborgenen Annahmen offenlegen.
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