Gespräche mit Menschen aus radikal anderen Feldern suchen

Einen Gesprächspartner aus einem anderen Bereich die naiven Fragen stellen lassen, die deine verborgenen Annahmen offenlegen.

Why it works

Jeder Bereich sammelt Annahmen an, die so tief eingebettet sind, dass sie für Praktiker nicht mehr sichtbar sind – der "Fluch des Wissens". Eine Person aus einem unverwandten Feld stellt naive Fragen, die Praktiker vor Jahren aufgehört haben zu stellen, und diese Fragen legen oft die einschränkende Annahme offen, die den Lösungsraum begrenzt hat. Die konversationelle Bisoziation ist schneller als eine solitäre, weil der Bereichsrahmen der anderen Person bereits in ihren Fragen aktiv ist.

How to do it

  1. Die Kernbeschränkung oder das Kernrätsel deiner aktuellen kreativen Herausforderung identifizieren.
  2. Jemanden aus einem scheinbar völlig unverwandten Bereich finden und das Problem ohne Fachjargon erklären.
  3. Besonders auf die Fragen achten, die sie stellen – vor allem die, die sich naiv anfühlen.
  4. Bei jeder naiven Frage fragen: "Warum machen wir es nicht so? Welche Annahme hält uns davon ab?"

Evidenz

Interdisziplinäre Zusammenarbeit ist in bibliometrischen und organisationalen Studien mit wirkungsvollerer Innovation verbunden. Der "Fluch des Wissens"-Effekt (Heath & Heath) ist gut dokumentiert: Fachexpertise sagt blinde Flecken bei der Problemrahmung voraus. (observational)

Interdisziplinäre Zusammenarbeit erhöht auch Koordinationskosten und kann Ideenklarheit reduzieren; der Nutzen ist nicht automatisch und erfordert Aufwand für effektive Übersetzung über Bereiche hinweg.

Quellen

Häufiger Fehler

Stattdessen Bestätigung von Kolleginnen im gleichen Feld suchen – sie teilen dieselben einschränkenden Annahmen und werden typischerweise die aktuelle Rahmung bekräftigen statt sie aufzubrechen.

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