Defensiver Pessimismus, praktisch angewendet

Strategischen Pessimismus und Angst als Leistungstreibstoff nutzen — nicht als Einstellungsfehler

Was ist defensiver Pessimismus und wirkt er wirklich?

Defensiver Pessimismus ist Julie Norems Begriff für die Strategie, bewusst niedrige Erwartungen zu setzen und sich vor einer stressigen Aufgabe gedanklich auszumalen, was schiefgehen könnte. Es ist eine echte, evidenzbasierte kognitive Strategie, die hochängstlichen Menschen zuverlässig hilft, gute Leistungen zu erbringen, indem sie ängstliche Energie in Vorbereitung statt in Unterdrückung umwandelt. Sie funktioniert bei Menschen, die von Natur aus ängstlich sind; bei von Natur aus optimistischen Denkern wirkt sie tendenziell kontraproduktiv.

Julie Norem, Psychologin am Wellesley College, dokumentierte defensiven Pessimismus in den 1980er-Jahren als eigenständige kognitive Strategie, die manche Hochleister nutzen, um Leistungsangst zu bewältigen. Defensive Pessimisten setzen vor wichtigen Aufgaben niedrige Erwartungen und spielen dann gedanklich durch, was schiefgehen könnte — nicht um zu katastrophisieren, sondern um für jedes mögliche Scheitern einen konkreten Handlungsplan zu entwickeln. Die Angst, die sonst lähmend wirken würde, wird zum Treibstoff für gründliche Vorbereitung. Der Ansatz widerspricht dem gängigen Positiv-Denken-Ratschlag, aber die Evidenz spricht dafür, dass er das richtige Werkzeug für Menschen ist, deren Angst nicht auf Optimismus reagiert.

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Übe das mit IX Coach

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