Herausfinden, ob defensiver Pessimismus oder Optimismus zu deinem Angstprofil passt

Defensiver Pessimismus funktioniert am besten bei hochängstlichen Menschen — ihn bei wenig ängstlichen Menschen anzuwenden, oder Optimismus bei hochängstlichen Menschen, wirkt tendenziell kontraproduktiv.

Why it works

Norems Forschung ergab, dass defensiver Pessimismus und strategischer Optimismus nicht universell wirksam sind — sie wirken bei den Menschen, die sie charakteristischerweise nutzen. Optimismus einem defensiven Pessimisten aufzuzwingen (durch Positiv-Denk-Skripte) blockiert dessen Vorbereitungsstrategie und verschlechtert die Leistung; defensiven Pessimismus einem strategischen Optimisten aufzuzwingen stört dessen natürlichen Vertrauensaufbau-Prozess und erzeugt unnötige Angst. Die Passung zwischen Person und Strategie ist die erste Bedingung, damit der Ansatz funktioniert.

How to do it

  1. Bemerke vor einer wichtigen Leistungssituation deine Standardreaktion: Erwartest du eher, dass Dinge gut laufen (und wirst von der Vorbereitung weggezogen), oder erwartest du Probleme (und wirst zur Vorbereitung hingezogen)?
  2. Wenn angstgetriebene Vorbereitung deine Gewohnheit ist und sie zuverlässig gute Ergebnisse bringt, bist du wahrscheinlich ein defensiver Pessimist — die Praxis wird dir dienen.
  3. Wenn du dich vor Ereignissen natürlicherweise zuversichtlich fühlst und deine Vorbereitung nicht von antizipiertem Scheitern angetrieben wird, passen optimistische Strategien besser.
  4. Wechsle die Strategie nicht aus dem Glauben heraus, eine sei psychologisch gesünder — die Evidenz stützt nicht, dass eine grundsätzlich überlegen ist.

Evidenz

Norem und Cantor zeigten, dass defensive Pessimisten genauso gut abschnitten wie strategische Optimisten, wenn man ihnen ihre natürliche Strategie ließ — aber deutlich schlechter, wenn sie zu positivem Denken gezwungen wurden — ein direkter experimenteller Beleg für die Passung zwischen Strategie und Person. Spencer und Norem (1996) erweiterten dies, indem sie zeigten, dass eine Abkehr vom jeweils natürlichen Vor-Leistungs-Stil — Ablenkung defensiver Pessimisten oder Optimisten zum Grübeln über Scheitern zwingen — gezielt die nicht passende Gruppe verschlechterte, was bestätigt, dass Passung, nicht die Strategie an sich, das Ergebnis bestimmt. (rct)

Die Befunde stammen aus Labor- und akademischen Kontexten; eine Verallgemeinerung auf alle Leistungssituationen ist plausibel, aber nicht universell bestätigt.

Quellen

Häufiger Fehler

Defensiven Pessimismus als trendige intellektuelle Umdeutung übernehmen, obwohl Angst gar nicht das eigentliche Problem ist — die Strategie ist ein Bewältigungsmechanismus für Angst, kein universell überlegener Vorbereitungsansatz.

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