Defensiver Pessimismus vs. erzwungene Positivität anderer

Defensiver Pessimismus wird durch Beruhigung gestört: Die Forschung fand, dass das Aufmuntern vor einer Aufgabe die Leistung defensiver Pessimisten verschlechterte. So schützt du deine Vorbereitung.

Why it works

Diese Praxis beruht auf dem kontraintuitivsten Befund der Literatur zum defensiven Pessimismus, und sie kehrt den üblichen Rat um. Norem und Illingworth fanden, dass extern induzierter positiver Affekt vor einer Aufgabe die Leistung defensiver Pessimisten VERSCHLECHTERTE — jemanden aufzumuntern schadete ihm. Der Grund ist, dass die Angst für einen defensiven Pessimisten kein zu entfernendes Rauschen ist; sie ist der Treibstoff, auf dem die Vorbereitung läuft. Reflektierte Simulation — durchzugehen, was schiefgehen könnte, und für jedes eine Antwort zu planen — erfordert Zugang zu der Sorge, die diese Szenarien erzeugt. Beruhigung verschließt diesen Zugang, macht die Person ruhiger und deutlich weniger vorbereitet, und das Defizit wird erst während der Leistung selbst sichtbar. Der Befund lautet also ausdrücklich NICHT, dass positives Denken schlecht ist oder dass Pessimismus Optimismus schlägt. Strategische Optimisten schneiden mit Zuversicht tatsächlich besser ab und werden beeinträchtigt, wenn man sie zum Grübeln über Scheitern zwingt — der Effekt läuft in beide Richtungen. Was die Forschung identifiziert, ist eine INTERAKTION zwischen Person und Strategie: Was hilft, hängt davon ab, auf welcher Strategie die Person tatsächlich läuft, und die Fehlpassung der beiden verursacht den Schaden. Deshalb ist es weder Undankbarkeit noch Negativität, vorleistungsbedingte Anfeuerung abzulehnen, und deshalb ist das Management des sozialen Umfelds um wichtige Vorbereitung ein legitimer Teil der Strategie, keine Ausrede dafür.

How to do it

  1. Identifiziere die Menschen, die vor Leistungssituationen zu Beruhigung neigen, und erkenne, dass das gut gemeint, aber für dich kontraproduktiv ist.
  2. Entwickle ein kurzes, nicht entfremdendes Skript: „Ich schätze die Unterstützung — ich merke, dass ich mich besser vorbereite, wenn ich zuerst durchdenken kann, was schiefgehen könnte. Können wir danach feiern?“
  3. Schütze mindestens 20 Minuten Zeit vor der Leistung für ungestörte reflektierte Simulation, bevor soziale Interaktion beginnt.
  4. Nutze Feiern nach der Leistung frei — die Einschränkung gilt nur für erzwungene Positivität davor.

Evidenz

Norems und Illingworths Forschung zeigte, dass positive Stimmungsinduktion die Leistung defensiver Pessimisten verschlechterte; darauf stützt sich der hier vorgeschlagene Umgang mit dem sozialen Umfeld. Der Befund wurde innerhalb dieses Forschungsprogramms repliziert, bleibt aber ein laborinduzierter Stimmungseffekt und kein breit über unabhängige Teams hinweg repliziertes Ergebnis. (observational)

Laborbasierte Stimmungsinduktion; wie sich dies auf natürliche soziale Interaktionen verallgemeinern lässt, erfordert mehr Feldforschung, auch wenn der Effekt theoretisch robust ist.

Quellen

  • Norem & Illingworth (1993), "Strategy-dependent effects of reflecting on oneself and tasks", Journal of Personality and Social Psychology

Häufiger Fehler

Sich vor der Leistung anfeuern zu lassen, weil eine Absage unhöflich erscheint, und sich dann zu fragen, warum die Vorbereitung gestört wirkt — die Störung hat einen bekannten Mechanismus, und sie zu steuern ist nicht unsozial.

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