Designing Your Life, praktisch umgesetzt
Umdeutung, Odyssee-Pläne, Prototyping und Wegfindung – mit einer ehrlichen Einschätzung der Evidenz
Wie nutzt man die Designing-Your-Life-Methode?
Bill Burnetts und Dave Evans' Stanford-Methode behandelt dein Leben wie ein Designproblem: Du „findest“ nicht die eine richtige Antwort, du prototypst dich zu mehreren guten hin. Die zentralen Schritte – festgefahrene Überzeugungen umdeuten, mehrere Odyssee-Pläne entwerfen und kleine Prototypen laufen lassen – sind praxiserprobte Werkzeuge, adaptiert aus dem Design Thinking, gut begründet, aber nicht als Paket formal ergebnisgeprüft.
Designing Your Life nimmt die Methoden, die Stanford Produktdesignerinnen und -designern beibringt, und richtet sie auf das schwierigste Designproblem überhaupt: ein Leben. Die zentrale Umdeutung ist, dass es kein einzelnes verstecktes „richtiges Leben“ zu entdecken gibt – es gibt viele Leben, die man gut leben könnte, und der Weg dorthin wird gebaut, nicht gefunden. Unten stehen die Kernpraktiken, jeweils mit dem Mechanismus, der sie wirksam macht, und einer kalibrierten Einschätzung, wie stark die Evidenz wirklich ist.
Übungen
- Eine dysfunktionale Überzeugung umdeuten
Erwische die festgefahrene Überzeugung („es ist zu spät, den Beruf zu wechseln“) und formuliere sie als bearbeitbares Designproblem um.
- Drei Odyssee-Pläne entwerfen
Skizziere drei verschiedene Fünf-Jahre-Leben – nicht Varianten eines, sondern wirklich divergierende Wege.
- Mit Gesprächen und Erfahrungen prototypen
Teste einen möglichen Weg günstig – sprich mit jemandem, der ihn lebt, oder probiere ein kleines Stück – bevor du darauf wettest.
- Wegfindung mit einem Gute-Zeit-Journal
Verfolge, wann du dich engagiert und energetisiert fühlst, um Richtung aus Daten statt aus einer plötzlichen Erleuchtung zu finden.
- Deine Arbeitsansicht und Lebensansicht schreiben
Formuliere, wofür Arbeit da ist und wofür das Leben da ist – und prüfe dann, ob sie in dieselbe Richtung zeigen.
- Schwerkraftprobleme erkennen
Unterscheide Probleme, an denen du handeln kannst, von „Schwerkraftproblemen“, die du nur akzeptieren und umgehen kannst.