Nutzen Sie zweiseitige Botschaften bei einem versierten Publikum

Nennen Sie den stärksten Einwand und widerlegen Sie ihn dann — das überzeugt mehr, als ihn zu ignorieren.

Why it works

Eine einseitige Botschaft lässt die bestehenden Gegenargumente des Publikums aktiv, weil der Sprecher sich ihrer nicht bewusst zu sein oder sich zu scheuen scheint, sie anzusprechen. Eine zweiseitige, widerlegende Botschaft signalisiert intellektuelle Ehrlichkeit, reduziert wahrgenommene Voreingenommenheit und neutralisiert das Gegenargument, bevor das Publikum es nutzen kann. Bei hoher Elaboration ist dieser Effekt besonders ausgeprägt, weil das Publikum ohnehin an den Einwand denken wird.

How to do it

  1. Identifizieren Sie den einzelnen stärksten Einwand gegen Ihre Position, bevor Sie sprechen.
  2. Benennen Sie ihn explizit: „Das Hauptargument dagegen ist X.“
  3. Widerlegen Sie ihn konkret mit Belegen oder Logik — nicht durch Abtun.
  4. Kehren Sie zu Ihrem Kernargument zurück, das nun steht, nachdem der offensichtliche Einwand bereits adressiert wurde.

Evidenz

Forschung zu ein- vs. zweiseitigen Botschaften findet, dass zweiseitige, widerlegende Botschaften überzeugender sind als einseitige bei gebildeten, vorgewarnten oder anfangs skeptischen Publika — den Bedingungen hoher Elaboration. (observational)

Zweiseitige, nicht widerlegende Botschaften (den Einwand nennen, ohne ihn zu adressieren) können nach hinten losgehen — die Widerlegung ist wesentlich.

Quellen

  • Allen (1991), meta-analysis of two-sided messages, Western Journal of Speech Communication

Häufiger Fehler

Den Einwand einzuräumen, ohne ihn zu widerlegen — das bestätigt das Bedenken und schwächt den Gesamtfall, statt ihn zu stärken.

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