Falsifikationsdenken

Teste deine Überzeugungen so, wie Wissenschaftler Hypothesen testen – indem du versuchst, sie zu widerlegen

Falsifikationsdenken: Wie testet man die eigenen Überzeugungen?

Karl Popper argumentierte, dass eine Behauptung nur dann wissenschaftlich – und nützlich – ist, wenn sie prinzipiell widerlegt werden kann. Falsifikationsdenken überträgt das auf alltägliches Denken: Statt nach bestätigenden Belegen für die eigene Sicht zu suchen, fragt man, welche Belege sie widerlegen würden. Das ist ein anerkanntes normatives Prinzip der Wissenschaftsphilosophie; in der Praxis angewendet reduziert es Bestätigungsfehler und schärft die Präzision der eigenen Überzeugungen.

Karl Poppers Einsicht war, dass jeder hinreichend gewiefte Denker für fast jede Überzeugung bestätigende Belege finden kann. Was echtes Wissen von unfalsifizierbarer Überzeugung unterscheidet, ist, ob der Träger im Voraus angeben kann, welche Belege ihn widerlegen würden. Könnte kein Beleg das je tun, macht die Überzeugung eigentlich keine Aussage über die Welt. Falsifikationsdenken überträgt dieses Prinzip auf alltägliche Meinungsbildung und Entscheidungsfindung und macht das eigene Denken schärfer, ehrlicher und korrigierbarer.

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