An dem verankern, was du weißt, und von dort skalieren

Beginne bei einer Zahl, der du sicher bist, und schließe von dort auf das Unbekannte.

Why it works

Bekannte Ankerpunkte reduzieren den Unsicherheitsbereich, indem sie der Schätzung einen fundierten Ausgangspunkt geben. Selbst grobe Anker – die Bevölkerung einer Stadt, der Preis eines Alltagsgegenstands, das eigene tägliche Verhalten – schränken die Schätzung stärker ein als gar kein Anker. An Bekanntem zu verankern, bevor man auf Unbekanntes schließt, ist der strukturelle Zug, der Fermi-Schätzungen trotz begrenzter Eingaben ihre überraschende Genauigkeit gibt.

How to do it

  1. Vor der Schätzung des Unbekannten identifizieren, was man dazu Verwandtes weiß: eine Anzahl, eine Rate, eine Größe.
  2. Von diesem Anker aus mit begründbaren Verhältnissen oder Multiplikatoren skalieren.
  3. Wo möglich die eigenen Erfahrungen als Anker nutzen – sie sind zuverlässiger bekannt als allgemeine Statistiken.
  4. Den Anker gegen einen zweiten unabhängigen Anker prüfen, falls verfügbar.

Evidenz

Referenzpunktdenken deckt sich damit, wie erfahrene Schätzer vorgehen. An bekannten Größen zu verankern und anzupassen ist genauer, als im Vakuum zu schätzen, wenngleich die Anpassung von Ankern oft unzureichend ist (der Ankereffekt gilt auch hier). (mechanistic)

Der Ankereffekt bedeutet, dass Menschen sich zu wenig von ihrem Ausgangsanker entfernen; mehrere unabhängige Anker zu nutzen und zu mitteln bietet eine Korrektur.

Quellen

Häufiger Fehler

Einen Anker verwenden, der selbst hochgradig unsicher oder leicht manipulierbar ist, und dann unzureichend davon anpassen – der Fehler des Ankers wird geerbt statt korrigiert.

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